29.05.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Privater Griff in CSU-Kasse

von Autor HOUProfil

Für den Haidhofer CSU-Vorsitzenden Josef Stadlbauer war damals, als er sich im Bürgermeisterwahlkampf befand, eine Welt zusammengebrochen. Denn gerade, als die Partei dringend Finanzmittel hätte gebrauchen können, war plötzlich kein Pfennig mehr in der Kasse. Es stellte sich heraus: Man hatte einem jungen Mann vertraut, der seine Position als Schatzmeister zum privaten Zugriff auf Konten und Sparbücher nutzte.

Kürzlich schilderte Stadlbauer als Zeuge vor der Großen Strafkammer in Amberg die Misere. Gerade mal 70 Mark seien damals noch vorhanden gewesen, bedauerte der CSU-Ortsvorsitzende und schilderte, dass der heute 28 Jahre alte Versicherungskaufmann als Schatzmeister durchaus vertrauenswürdig gewesen sei. Mehr noch: Er habe sich als zunächst geschätztes Parteimitglied erwiesen.

Dann aber ging's plötzlich los mit dem radikalen Plündern der christsozialen Finanzbestände: Mal 8000 Mark, mal 4000 Mark vom Girokonto, dann wieder 2000 Mark aus der Handkasse des Ortsvereins. Unter dem Bilanzstrich machte das schließlich 20 500 Mark aus. Allerdings: Manche Verbindlichkeiten der Partei zahlte der Kassier aus eigener Tasche. So kam es schließlich, dass 13 000 Mark Minus unter dem Strich blieben. 7000 davon sind bis heute offen.

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