"Rauch ist immer giftig": Richard Plössner hält bei Siedlern Plädoyer für Installation von ...
Schneller und lautloser als Feuer

"Rauchmelder sind Lebensretter." Den Beweis dafür erbrachte Bezirkskaminkehrermeister Richard Plössner in der Mitgliederversammlung der Siedlergemeinschaft. Er befasste sich in seinem Vortrag mit Rauchmeldern in Wohnung und Haus und ging auf die Vorgaben der Rauchmelderpflicht in Bayern ein. Ein brennender Bierdeckel sorgte für den sprichwörtlichen Aha-Effekt.

Zur Anzahl der Haushalte mit Rauchmeldern stellte er einen internationalen Vergleich an, der Deutschland schlecht aussehen lässt. Sind in den Vereinigten Staaten 93, in Großbritannien 75 und in Schweden 70 Prozent der Wohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet, so sind es in Deutschland nur 31 Prozent. Dabei brechen in der Bundesrepublik 35 Prozent aller Brände nachts aus und bewirken 70 Prozent der Brandtoten und 35 Prozent der Brandschäden. In den drei erstgenannten Ländern hat sich aufgrund der Rauchmelder die Zahl der Brandtoten um 40 bis 50 Prozent verringert.

"Er betäubt im Schlaf"

"Rauch ist immer giftig. Er enthält Salzsäure- und Blausäuredämpfe sowie Kohlendioxid (CO2) und Kohlenmonoxid (CO)", erläuterte der Fachmann. Letzteres verbinde sich 205-mal schneller mit dem Hämoglobin im Blut als mit dem Sauerstoff in der Luft. Die Folge sei Atemlähmung mit anschließendem Ersticken. Als häufigste Brandursachen bezeichnete er elektrische Geräte, Feuerstellen, Weihnachts- und Silvesterfeiern, Rauchen, Unachtsamkeit, Spraydosen und zündelnde Kinder. Große Gefahren schrieb Plössner Bränden in Kinderzimmern zu. Der Referent gab zu bedenken, dass Rauch schneller und lautloser sei als Feuer. "Er betäubt im Schlaf, und manche wachen nicht mehr auf."
Beim Kauf von Rauchmeldern empfahl er, auf das "Q" in Verbindung mit dem Prüfzeichen "VdS" oder auf "Kriwas", ein unabhängiges Qualitätszeichen für hochwertige Rauchmelder, zu achten. Solche Geräte seien aufgrund ihrer unschlagbaren Vorteile - geprüfte Langlebigkeit, Reduktion von Fehlalarmen, erhöhte Stabilität, fest eingebaute Batterie mit mindestens zehnjähriger Laufzeit - für den Langzeiteinsatz besonders geeignet. Ein Mindestschutz sei für Schlafzimmer, Flur und Kinderzimmer erforderlich, ein Sonderschutz für die Küche. Installiert werden sollte ein Rauchmelder an der Deckenmitte, in maximal sechs Metern Höhe und in einem Raum von maximal 60 Quadratmetern.

Nachrüstung bis Ende 2017

Plössner informierte auch über die Rauchmelderpflicht in Bayern, die ab 1. Januar 2013 für Neu- und genehmigungspflichtige Umbauten gelte. Ausgestattet werden müssen Schlaf- und Kinderzimmer sowie Flure, die als Rettungswege dienen. Die Frist für die Nachrüstung bei Bestandsbauten ende im Dezember 2017. Seinen Zuhörern empfahl der Referent, ein sicheres Gerät und keine Billigware zu kaufen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.