12.12.2003 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Riedener Nobelherberge könnte bei Fußball-WM Mannschaftsquartier sein - Baustopp dauert an: Luxushotel auf Sand gebaut?

von Redaktion OnetzProfil

Rieden. (upl) Das Geld liegt nicht auf der Straße, sondern steht vielmehr im Wald - genauergesagt im Hirschwald (Kreis Amberg-Sulzbach).

Zwischen Äckern, Wiesen und Fichtenhainen erhebt sich der Rohbau eines gigantischen Luxushotels in den Himmel. Veranschlagte Kosten: rund 25 Millionen Euro. Mit einem "Kur- und Sporthotel" wollte Investor Ernst Werner Schmidt seinem Ostbayerischen Pferdesportzentrum das i-Tüpfelchen aufsetzen. Es sollte den Gebäudekomplex abrunden und die Anlage fit machen für höhere Weihen: Weltmeisterschaften, gar Olympische Spiele. Doch seit Sommer 1999 hat sich auf der Baustelle nichts mehr getan. Die exklusive Nobelherberge - fünf Jahre nach dem Spatenstich nichts weiter als eine verlassene Bauruine.

Der Ofen ist noch nicht aus. "Wir sind guter Dinge, dass bald wieder etwas vorwärts geht", sagt Ingrid Schmidt, persönliche Referentin des Investors. Ernst Werner Schmidt hatte die Arbeiten einstellen lassen, weil ihm die Finanzbehörden signalisierten, sie würden das Projekt als "Liebhaberei" einstufen. Eine "Unterstellung", wie der Investor verlauten ließ, die ihn dazu veranlassen würde, das Pferdesportzentrum komplett zuzusperren. Noch hat das Finanzamt nicht entschieden.

Quartier für die WM?

Die Verantwortlichen im Pferdesportzentrum geben sich gelassen. Obwohl sich das Prüfverfahren nun schon seit über einem Jahr hinzieht, lobt Ingrid Schmidt die gute Zusammenarbeit mit der Behörde in Amberg. "Wir wollen niemanden unter Druck setzen", sagt sie, die sich natürlich hofft, dass auf der Baustelle endlich wieder etwas vorwärts geht. Den gleichen Wunsch hegt auch der Direktor des benachbarten Gut Matheshof, Thomas R. Filler. Mit dem etwa zehn Kilometer entfernten Sepp-Simon-Stadion in Schwandorf im Rücken hat sich das Pferdesportzentrum beim Organisationskomitee der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als Mannschaftsquartier beworben. "Die Anlagen sollen in nächster Zeit begutachtet werden", bestätigte Filler unserer Zeitung.

Bei der Visitie der WM-Strategen wird der Blick zwangsläufig zum Rohbau des geplanten Kur- und Sporthotels hinüberschweifen. Und es werden Fragen auftauchen, weniger nach den Gründen des Baustopps, sondern eher nach dem Termin für die Fertigstellung. Das Dach ist drauf, das Parkdeck so gut wie fertig. Bis 2006 könnte die Luxusherberge ihre Pforten öffnen.

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