17.05.2013 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Robert Gerstl saniert die "Alte Post" und erhält dafür die Denkmalschutzmedaille Wo einst schon Goethe Rast machte

Als Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch (FDP) in München 26 Denkmalschutzmedaillen für 2013 vergab, ging eine der Auszeichnungen in den Landkreis Schwandorf. Sie bekam Robert Gerstl, der in Ponholz (Stadt Maxhütte-Haidhof) die "Alte Post" instandgesetzt hatte.

Die "Alte Post" präsentiert sich jetzt wieder als imposantes Bauwerk. Die Instandsetzung stellte eine bedeutende Denkmalschutz-Maßnahme dar. Bild: Gerstl
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

1786 - da war das Gebäude gerade 20 Jahre alt - hieß die "Alte Post" in Ponholz einen ihrer berühmtesten Gäste willkommen: Johann Wolfgang von Goethe machte auf der Reise nach Italien hier Rast. Damals war das Anwesen Station der Thurn-und-Taxis-Post. 1766 entstand der mächtige barocke Bau, der das Ortsbild von Ponholz bis heute prägt. Im späten 19. Jahrhundert wurde das Gebäude umfassend renoviert, aus dieser Zeit haben sich auch Türen und Kachelöfen erhalten.

Robert Gerstl erwarb das Denkmal im Jahr 2011 - lange Jahre hatte es zu diesem Zeitpunkt bereits leer gestanden. Bei der Instandsetzung legte er größten Wert darauf, originale Materialien wieder zu verwenden. Die erhaltene historische Substanz - Böden und Decken, Fenster und Türen - hat er umfassend restaurieren lassen; moderne Ergänzungen sind sehr behutsam in den alten Bestand integriert. Im Erdgeschoss befindet sich heute wieder, wie schon im 18. Jahrhundert, eine Gastwirtschaft, die "Einkehr zur Alten Post". Das Obergeschoss mit seinen sorgsam restaurierten Stuckdecken und den Dachraum des Gebäudes nutzt Robert Gerstl heute als Büro; seine Firma hat sich auf Gebäudetechnik spezialisiert. Auch die Außenanlagen der "Alten Post" sind wieder sorgfältig gestaltet; im Sommer wird ein Biergarten eröffnet.
Mit der behutsamen Instandsetzung der "Alten Post" hat Robert Gerstl einem der historisch wertvollsten Gebäude in der Gegend eine Zukunft gegeben. Für seinen besonderen Einsatz erhielt er die Denkmalschutzmedaille 2013. Projektbeteiligt waren auch die Architektinnen Petra Hofmann (Högen) und Christiane Koller (Burglengenfeld).

Auch Richard Luber geehrt

Über die Denkmalschutzmedaille durfte sich auch der aus Schwandorf-Fronberg stammende Gastronom Richard Luber freuen, der zusammen mit seiner Ehefrau Waltraud in Kallmünz (Landkreis Regensburg) ein Restaurant betreibt. Im selben Ort hatte er das Raitenbucher Schloss einer aufwendigen Instandsetzung und Renovierung unterzogen.

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