29.03.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Röthenbach: Vom Eisenhammer zur neuen Heimat für Flüchtlinge

von Redaktion OnetzProfil

Röthenbach ist mit etwa 130 Einwohnern der größte der 13 Kohlberger Ortsteile. Lehrer Anton Meindl, Konrad Weigl und Burkhard von Grafenstein haben die Ortsgeschichte dokumentiert. Hier einige Auszüge:

1250: erste Erwähnung eines Eisenhammers in Röthenbach.

1378: Hammermeister Otto Hayden gehört zu den 68 Unterzeichnern einer Hammereinigung, einem Kartell zur Preis- und Absatzsicherung.

1450: Errichtung eines Gutsbetriebes durch Flächen-Zukäufe.

1539: Erste Erwähnung der Rablmühle.

1801: Eduard Johann Baptist von Grafenstein ist Landrichter in Parkstein. Er gründet durch Heirat die Röthenbacher Linie des aus Hammergänlas stammenden Adelsgeschlechtes.

1830: Die Rablmühle wird nach einem Wolkenbruch weggeschwemmt, Damm und Mühle werden neu errichtet.

1843: Gründung der 'von Grafenstein'sche Schlossbrauerei'.

1860-66: Das Glaspolierwerk und die Kartoffelbrennerei werden errichtet.

1867: Im neuen Glasperlwerk erste Versuche mit der Rohglasherstellung. 1873: Beginn der Errichtung der Glasfabrik.

1880: Der Eisenhammer stellt nach etwa 600 Jahren seinen Betrieb ein.

1898: Größter Flächenumfang des Gutbetriebs: 416 Hektar Wald, Weiden und Industrie.

1899: Das zweistöckige "Hochhaus" wird für die Glasarbeiter (meist aus Böhmen) gebaut.

1909: Im "Langhaus" richtet die Familie von Grafenstein eine Schule ein.

1945/46: Die Einwohnerzahl wächst aufgrund des Flüchtlingszustroms auf 275 Personen.

1953: Die Spiritusbrennerei wird ein Raub der Flammen. Wiederaufbau.

1954: Neubau der heutigen Eisenbahnbrücke aus Teilen einer zerbombten Mainbrücke.

1956: Röthenbach wird elektrifiziert.

1960: Sägewerksbetrieb, Brennerei und Brauerei werden geschlossen. Grundverkäufe der Gutseigentümer.

1966: Die Schule wird geschlossen, die Kinder in Kohlberg unterrichtet.

1974: Die Rablmühle muss wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

1984: Rablmühlweiher-Damm bricht nach Gewitter. Der Weiher läuft komplett aus.

2003: Das Hochhaus wird abgerissen. Die Wasserkraft-Turbine in dem Gebäude des ehemaligen Polierwerkes geht zur erneuten Stromerzeugung wieder in Betrieb.

2007: Das Schloss mit allen umliegenden Gebäuden und der Park wird verkauft. (jml)

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