Rudolf Voderholzer lobt die Pichlberger für ihre Gastfreundschaft
Bischof: "Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus"

(do/doz) Diesen Tag wird Pichlberg so schnell nicht vergessen. Am Donnerstag stattete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer dem kleinen Dorf einen Besuch ab und zeigte sich sehr volksnah.

Mit den Dorfbewohnern diskutierte er über den Wandel einer Ortschaft. Werner Rupprecht schilderte die Dorfentwicklung und erklärte dem "Kirchenmann" mit Zahlen den Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe. Der Vollerwerbslandwirt informierte über die Einnahme- und Kostensituation eines Milchbauern. "Vor 20 Jahren bekamen die Landwirte für den Liter Milch 80 Pfennig, heute sind es 40 Cent und das bei einer Vervierfachung der Produktionskosten." Die Bauern seien deshalb zum Wachsen verurteilt, um bestehen zu können.

Überzeugend stellte Karl Schecklmann den Pichlberger Stammtisch vor: "Jeden Donnerstag kommen von den 100 Dorfbewohnern 40 Leute zum Stammtisch. Das schweißt zusammen und stärkt den Gemeinschaftsgeist." Die Schülerin Lena Schecklmann wies dem hohen Gast auf die Bildungsmöglichkeiten in der Region und auf umständliche Schulbusverbindungen hin. "Das geht von der Freizeit ab", sagte sie kess.

Schließlich begrüßte Bürgermeister Dieter Klein den Bischof im Gemeindegebiet. Er stellte die Kommune als lebendige Gemeinde vor, in der die Werte Glaube, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt keine leeren Worthülsen seien. Pichlberg sei dafür ein nachahmenswertes Beispiel. Als wichtig bezeichnete Dieter Klein die Aufgabe von Politik, Kirche und Gesellschaft, die Dörfer vom städtischen Geschehen nicht abzuhängen. Den Pastoralbesuch wertete der Bürgermeister deshalb als Bekenntnis des Bischofs zur Unterstützung des ländlichen Raumes.
Nach einem Kerzengeschenk von Josef Pausch, Vorsitzender des Kapellenbauvereins, und dem Eintrag in das Gästebuch der Gemeinde bereiteten die Pichlberger dem Gast eine besondere Überraschung. Bischof Rudolf wurde in einen Milchvieh-Laufstall zitiert. Die Bauersleut Michaela und Josef Nickl erläuterten dem aufmerksam lauschenden Kirchenführer die Entwicklung des Bauernhofes mit derzeit 65 Milchkühen zum hochautomatisierten Betrieb.

Neu ist dem Würdenträger die bäuerliche Szene nicht. Bischof Rudolf verriet: "Beide Elternteile kommen aus der Landwirtschaft." Und schon war Rudolf Voderholzer ein Mann der Landwirtschaft, der auch die Sorgen der Bauern versteht. "Ich fühle mich hier daheim", bekennte er, um schließlich auf dem höchsten Punkt der Gemeinde vor dem "Pichlberger Kreuz" mit einem prächtigen Fernblick in den nördlichen Teil seiner Diözese den Gastgebern das Kompliment zu machen: "Ich komme hier aus dem Staunen nicht heraus. Bei euch kann man sich wohlfühlen."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.