Schloss Neidstein eröffnet nach Teilsanierung - Prominente Gäste - 1000-jährige Historie näher ...
Dornröschen schlief nicht hundert Jahre

Das Märchen Dornröschen, in dem ein Schloss aus einem 100 Jahre währenden Schlaf geweckt wird, klang in verschiedenen Grußworten an, die vergangenen Sonntag die feierliche Eröffnung von Schloss Neidstein nach einer Teilsanierung einleiteten. Die Reihe prominenter Gäste bekam besonders Glanz durch Anwesenheit von zwei Adeligen.

Strahlender Sonnenschein unterstützte die Absicht, das Schloss in neu erstandener Schönheit zu präsentieren. Das "Stiber-Fähnlein" stellte die Schlosswache am Eingangstor und garantierte, dass nur friedliche Gäste, von der in mittelalterlicher Tracht gekleideten Empfangsdame Helen Werner empfangen, das Gelände betreten konnten.

Im Vorhof erklang Wiener Klassik vom Orchester der Städtischen Sing- und Musikschule zur Einstimmung auf eine eindrucksvolle Feier.

Enge Beziehung aufgebaut

Dr. Konrad Wilfurth schilderte in seiner Begrüßung, dass er eine enge Beziehung zu dem Projekt gewonnen habe. Ursprünglich interessierte ihn das Mittelalter und Burgenwesen nicht. Doch mit dieser Anlage und der Suche nach einem sinnvollen Nutzungszweck, vor allem aber im Bewusstsein, dass er mit dem Schloss eine 1000-jährige Geschichte erwarb, verschwand seine Gleichgültigkeit.

Er erkannte, dass Neidstein für Festlichkeiten, Seminare und Tagungen ideal wäre. Nach seinem Erwerb stellten sich Kaufinteressenten aus Russland sowie arabische Scheichs an, die er ablehnte. Dr. Wilfurth bestätigte, dass die Sanierung ohne Mithilfe seiner gesamten Familie und der Geschäftsführung durch seinen Bruder Max nicht möglich wäre.
Er dankte seiner Gattin, allen Kräften, die den bisherigen Baufortschritt ermöglichten, dem Landratsamt, der Gemeinde Etzelwang, der Denkmalschutzbehörde und allen seinen Mitarbeitern und Organisatoren und bestätigte: "Ihr habt alle gezaubert!"

Alle haben gezaubert!

Das Schloss bekam laut Dr. Wilfurth am gesamten Hauptgebäude eine neue Dacheindeckung, die Fassaden wurden erneuert und die Fundamente saniert. Verschiedene Räume sind bereits neu gestaltet und eingerichtet.

Das Haus verfügt nun über zeitgemäße Sanitäranlagen. Als nächste Schritte der Sanierung kündigte Dr. Wilfurth an, dass möglicherweise eine in frühesten Zeiten im Schloss vorhandene Kapelle erneut zu Leben erweckt werde. Eine Hackschnitzelheizung soll künftig für Wärme sorgen. Steinerne Relieftafeln, aus dem 17. Jahrhundert von Georg Schweiger mit Motiven aus dem Alten Testament befinden sich bei einem Restaurateur. Die Kunstwerke sollen einen würdigen Platz erhalten.

Nach Grußworten von Landrat Richard Reisinger: "Das Schloss hat eine große Strahlkraft weit über die Region hinaus" und Etzelwangs Bürgermeister Roman Berr, der sich über eine künftige Kirchweih in Neidstein freuen würde, nahmen die Geistlichen beider Konfessionen, Pfarrerin Barbara Meister-Hechtel und Pfarrer Deogratias Ntikazohera die Segnung der Schlossanlage vor.
Große Aufmerksamkeit bei den Gästen aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Heimatforschung fand die Anwesenheit von Gräfin Felicitas von Faber-Castell. Sie ist die Enkelin von Ottilie Gräfin von Faber-Castell, die mit Philipp Paul Freiherr von Brand in zweiter Ehe verheiratet war. Die Dramatik und das Glück dieser Ehe schilderte Astrid Seib in einem historischen Roman.

Kirchweih als Idee

Ottilie lebte bis zu ihrem Tod im Jahr 1944 in Neidstein. Außerdem fand sich mit Wolfgang Freiherr von Brand zu Neidstein, ein Urenkel von Karl Ludwig Philipp, dem Bruder von Philipp Ludwig Karl Friedrich zur Eröffnungsfeier ein.

Dieser war der Großvater von Dr. Philipp Theodor Freiherr von Brand, der 1963 von Bürgermeister Konrad Adelmann zum Ehrenbürger der Gemeinde (damals Neidstein) ernannt wurde. Dr. Philipp Theodor Freiherr von Brand wohnte als Letzter im Schloss Neidstein und starb kinderlos. Deshalb erbte sein Neffe Theodor Philipp Rudolf, der in den USA lebte. Dessen Witwe veräußerte das Schloss und die dazugehörigen Wälder und Fluren 2006 an den amerikanischen Oscarpreisträger Nicolas Cage.
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