30.01.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Seit dem WM-Titel steigt die Akzeptanz - Am Sonntag Kreismeisterschaft in Vohenstrauß Frauen-Fußball stürmt nach vorne

"Früher wurden wir belächelt, jetzt werden wir respektiert", sagt Monika Gröschel, die dritte Vorsitzende des VfB Mantel, über Frauen-Fußball. Nach dem WM-Sieg der deutschen Damen 2003 befindet sich ihr Sport im Aufwind.

von Autor ECKProfil

"Ich spiele jetzt seit zehn Jahren Fußball. Seit dem WM-Titel der deutschen Frauen im letzten Jahr sind unsere Zuschauerzahlen deutlich gestiegen", freut sich Yvonne Fuchs, die seit vier Jahren Abteilungsleiterin beim ASV Neustadt/WN ist.

Noch viel lernen

Am Sonntag findet die Hallenkreismeisterschaft in Vohenstrauß statt. Die teilnehmenden Vereine bereiten sich seit Wochen in der Halle darauf vor. "Am Sonntag will ich mit den Frauen Erster werden. Die Chancen stehen gut", ist Manuela Götz vom SC Eschenbach zuversichtlich. Für die laufende Saison will sie versuchen, mit ihrer Mannschaft unter den ersten Drei der Bezirksoberliga zu bleiben.

Die Mädchen des SV Altenstadt/Vohenstrauß spielen noch in der niedrigsten Klasse, doch Jutta Prell betont: "Sie haben erst angefangen und müssen noch viel lernen. Mein Ziel wäre ein guter Platz beim Hallenturnier." Für ihre Damen denkt sie, dass der Aufstieg aus der Kreisliga Nord noch drin sein könnte.

Der VfB Mantel trainiert ebenfalls in der Halle, aber die Damen verzichten wegen der langen Verletztenliste auf eine Teilnahme in Vohenstrauß.

Doch die Mannschaften verfolgen auch andere Ziele. "Letztes Jahr haben wir zum zweiten Mal ein Kleinfeld-Pokalturnier veranstaltet. Insgesamt nahmen zehn Mannschaften teil. Heuer, zum "Zehnjährigen", wollen wir wieder ein Turnier organisieren", verrät Yvonne Fuchs vom ASV Neustadt.

"Trotz unseres momentanen Formtiefs spielen die Damen recht gut. Als oberstes Ziel wollen wir uns einen guten Mittelfeldplatz erkämpfen und in der selben Spielklasse bleiben. Außerdem haben wir neue Leute gewonnen, die den Aufschwung bringen könnten. Die Richtung stimmt jedenfalls", sagt Coach Peter Schwanitz vom TSV Flossenbürg.

Der WM-Gewinn war für viele Frauenmannschaften im Landkreis ein Grund zur Hoffnung. So auch für Monika Gröschel: "Es wäre gut, wenn sich mehr Mädchen für Fußball begeistern würden. Unsere Mannschaft besteht seit zehn Jahren, doch inzwischen haben wir nur noch ein B-Team, die anderen Mannschaften mussten wir aus Mangel an Interesse auflösen."

Der SV Altenstadt/Vohenstrauß verzeichnete nach der WM ein leicht gestiegenes Interesse. Jutta Prell glaubt: "Der Trend geht in Richtung Frauenfußball, leider blieb die Zahl der Spielerinnen insgesamt gesehen gleich. Es wird einfach nur mehr darüber geredet."

Eintrittsalter senken

Der Frauenfußball hat ein Problem: "Man darf erst mit 17 in die Damenmannschaften eintreten. Da ist man eigentlich schon zu alt, um mit dem Fußballspielen anzufangen, man müsste dann schon ein Naturtalent sein", gibt Monika Gröschel zu bedenken.

Auch Manuela Götz aus Eschenbach hat sich damit schon auseinandergesetzt. Etwa bis 13 würden die Mädchen mit den Jungs kicken. Danach sei die Altersspanne bis 17 zu groß. In diesem Zeitraum würden die meisten das Interesse verlieren. "Man müsste das Eintrittsalter für die Damenmannschaften auf 15 oder 16 senken", überlegt sie.

Yvonne Fuchs vertritt eine andere Meinung: "Der Altersunterschied zwischen den Spielerinnen ist dann zu groß. Außerdem kann man von einer 16-Jährigen nicht verlangen, dass sie gegen eine 25-Jährige spielt. Die körperliche Leistung ist zu verschieden."

Weitere Probleme sieht Manuela Götz darin, dass in der Oberpfalz die Möglichkeiten ziemlich eingeschränkt sind. Der Damenfußball sei im Kommen, nur gäbe es finanzielle oder zeitliche Probleme. Auch die Verkehrsverbindungen seien in Großstädten viel besser.

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