28.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Seit drei Jahren gibt es die "Helfer vor Ort" - Sie finanzieren sich ausschließlich über Spenden Jubiläumseinsatz auf der Kirwa

Sie sind in Rieden die "Helfer vor Ort" (von links): Rainer Salbeck jun., Thomas Graf, Tobias Haas, Johannes Haas und Samuel Fritz. Es fehlt die einzige Frau im Bunde, Daniela Fritz. Bild: sön
von Hubert SöllnerProfil

"Ich erinnere mich, als sei es gestern gewesen", blickt Gotthard Färber auf seine Erfahrung mit den Riedener "Helfern vor Ort" zurück. "Ich hatte starke Schmerzen in der Brust, glaubte, einen Herzinfarkt erlitten zu haben. Meine Schwiegertochter Silvia alarmierte den Rettungsdienst": Der Altbürgermeister hat die Situation, in der er sich vor gut einem Jahr befand, noch ganz genau vor Augen.

Als erster sei Thomas Graf erschienen, er habe ihn untersucht, erstversorgt und beruhigt, bis der Notarzt kam. Für ihn sei diese Art der Hilfe eine gute, eine tolle Sache, über die er bisher nur Positives gehört habe. Graf und seine Kollegen leisten eine Arbeit, die "weiter unterstützt werden soll", wie Färber betont.

Erst seit drei Jahren gibt es diese "Helfer vor Ort" (HvO), bei einem Notfall auf der Kirwa in Rieden waren sie zum 250. Mal gefragt. Aus fünf jungen Männern und einer Frau besteht die Truppe, die heuer bereits 58 Einsätze hatte - allein 14 waren es im März.

Die Frau, das ist Daniele Fritz, sie ist hauptamtlich beim BRK-Rettungsdienst angestellt. Die Männer, das sind der 24-jährige Thomas Graf, seit 14 Jahren aktives Mitglied der Wasserwacht; Tobias Haas (30), ein gelernter Rettungssanitäter, der beim Roten Kreuz im Rettungsdienst arbeitet; Rainer Salbeck jun. (34), der als Feuerwehrmann bei einem Notfall von der Notwendigkeit der HvO überzeugt wurde; Johannes Haas (19) und Samuel Fritz (18), die beiden Jüngsten, wobei Samuel sagt, dass er durch seine Mutter Daniela Fritz in "die Sache rein gewachsen" sei. Da alle sechs haupt- oder ehrenamtlich im Rettungsdienst tätig sind, nehmen sie regelmäßig an Fortbildungen teil.

Einsätze hatten die Riedener auch schon in Vilshofen, Kreuth, Siegenhofen, Ensdorf, Schmidmühlen, Lengenfeld und Kümmersbruck. Alarmiert werden sie über Funkmeldeempfänger durch die Integrierte Leitstelle in Amberg parallel zum Rettungsdienst. Sie kommen also nie allein. "Wir fahren mit Privatautos ohne Sonderrechte zum Einsatzort, geben über Funk dann diesen sowie weitere Informationen zum Einsatz weiter, " erzählen die Helfer.

Ihre Aufgaben seien die Erste Hilfe, die Lagemeldung an die Leitstelle, die Nachforderung weiterer Einsatzkräfte bei Bedarf, die Einweisung der nachfolgenden Kräfte und die Unterstützung des eingetroffenen Rettungsdienstes. Danach müssten das Material wieder einsatzbereit gemacht und ein Protokoll geschrieben werden.

Die "Helfer vor Ort" finanzieren sich rein über Spenden. Die Erstausstattung hat das BRK zur Verfügung gestellt.

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