04.09.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Sicherheitsgespräch im Rathaus - Zwischenfälle bei Brand in unguter Erinnerung Junge Straftäter sind eher selten

Sicher fühlen können sich die Bürger der Region weiterhin, auch und gerade in Auerbach. Das bestätigte Polizeihauptkommissar Roman Markert bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2013 im Auerbacher Rathaus. "Die Kriminalitätsbelastung in unserer Region ist nach wie vor als äußerst niedrig einzustufen."

von Autor SWTProfil

29 Straftaten kommen auf 1000 Einwohner, eine geringe Häufigkeitszahl. In Bayern liegt sie bei 51. Bei 410 geklärten Straftaten ermittelte die Polizei 355 Tatverdächtige. Drei Viertel sind männlich, ein Viertel weiblich. Jugendliche und Heranwachsende sind deutlich seltener darunter als in anderen bayerischen Bereichen.

"So noch nicht erlebt"

Zu den Tiefpunkten des vergangenen Jahres zählte Markert die Vorfälle während der Rettungsmaßnahmen beim Brand am Schlosshof im Oktober. Hier kam es gleich zu verschiedenen Straftaten, nämlich die körperlichen Übergriffe von Passanten auf die Einsatzkräfte der Feuerwehr, das Entfernen der Zündschlüssel eines Rettungsfahrzeugs und nicht zuletzt die Volksverhetzung per Facebook gegenüber dem türkischstämmigen Brandleider. "Das haben wir so noch nicht erlebt", machte Markert deutlich. Die körperlichen Attacken und die verschwundenen Zündschlüssel führte er auch auf den alkoholisierten Zustand der Täter zurück, die Besucher des Kneipenfestivals gewesen seien.

Im Bereich der Rohheitsdelikte und der Diebstähle musste die PI Auerbach einen starken Anstieg verzeichnen. Bei den ersteren gab es 15 Fälle mehr als 2012, bei letzteren gar 26 mehr. Osteuropäische Diebesbanden seien auf dem Vormarsch. Sie gingen organisiert vor und seien nur schwer zu fassen. Jeder Hinweis aus der Bevölkerung könne deshalb von unschätzbarem Wert sein.

Hemmschwelle sinkt

18 Fälle von schwerer und gefährlicher Körperverletzung gab es 2013; 2012 waren es noch 13 Fälle. Teilweise sähen sich auch die Beamten verstärkt aggressiven Verhaltensweisen gegenüber: "Auch die Hemmschwelle bei der Gewalt gegen Polizeibeamte wird niedriger."

Massiv zurück gingen dagegen die Sachbeschädigungen. 71 Fälle zählte die Polizei im vergangenen Jahr; 2012 waren es noch 105. Die Aufklärungsquote liegt bei 26,8 Prozent - gerade 19 Taten konnten geklärt werden. Auch hier kommt die Polizei oft nur anhand von Hinweisen weiter: "Lieber einmal mehr als einmal weniger anrufen", appelliert Hauptkommissar Markert.

Zwar sind die Rauschgiftdelikte statistisch rückläufig, aber der Polizeibeamte spricht doch von einer großen Dunkelziffer. Er verweist in diesem Zusammenhang auf Kräutermischungen, die legal zu erwerben sind. "Sie sind oft mit Zusätzen vermischt, die lebensgefährlich sind." Leider seien diese Mischungen auch in der Region auf dem Vormarsch. Markert bittet um erhöhte Wachsamkeit.

Bürgermeister Joachim Neuß freute sich, dass sich die Auerbacher dennoch sicher fühlen können. Er dankte der Polizei für die gute Zusammenarbeit. (Mehr zum Thema)

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