12.03.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Sonja Völkl aus Altglashütte über ihre Ecuador-Reise Spaziergang auf der Äquator-Linie

Ihre Spanisch-Kenntnisse hätte Sonja Völkl aus Altglashütte auch in Deutschland weiter vertiefen können. Aber da sie von Südamerika, insbesondere von Ecuador, schon immer sehr angetan war, beschloss die 23-jährige Studentin, während ihrer Semesterferien dieses Land zu bereisen und gleichzeitig einen Sprachkurs zu belegen.

von Autor BIRProfil

Und so flog die Studentin im August letzten Jahres alleine los, mit einem etwas mulmigen Gefühl in der Magengegend, nicht wissend, was auf sie in den folgenden Monaten 10 000 Kilometer von zuhause, von ihrer Altglashütte, entfernt, zukommen sollte.

In Quito, der Hauptstadt von Ecuador, fand sie dann auch gleich zu ihrer Schule "Simón Bolívar", wo sie drei Wochen lang in Einzelunterricht vier Stunden täglich spanisch büffelte. In Quito, erzählt Sonja Völkl, leben etwa 1,5 Millionen Einwohner. Die Stadt liegt 20 Kilometer südlich vom Äquator auf 2850 Meter Höhe auf den unteren Hängen des Pichincha-Vulkans. Das Wahrzeichen dieser Stadt ist "Virgen de Quito", die Jungfrau von Quito. Quito ist die älteste Hauptstadt Südamerikas und besitzt noch einen Großteil ihres kolonialzeitlichen Stadtbildes. Die Altstadt wurde übrigens 1978 zum Weltkulturerbe erklärt.

Krasse Gegensätze

Sonja Völkl: "Durch die engen Gassen quälen sich die typischen einheimischen Busse und Taxen - ein sehr farbenfrohes Bild." Fast alle Leute, mit denen sie es zu tun hatte, waren zuvorkommend und freundlich zu ihr. In manchen Vororten zeigt die Stadt ein anderes Gesicht. "Der krasse Gegensatz zwischen Armut und Reichtum tritt vielerorts zutage." Moderne Wolkenkratzer und verfallene Häuser, luxuriöse Einkaufsstraßen und ebenso schmutzige wie bunte Straßenmärkte finden sich dicht nebeneinander.

Das Wetter in Ecuador, sagt Sonja, ist an der Küste und im Oriente, im Amazonas-Tiefland, feucht-heiß mit mittleren Temperaturen von 23 bis 28 Grad. Das Hochland hat äquatoriales Gebirgsklima mit starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Ein ganz anderes Klima haben die Galapagos-Inseln: Hier ist es meist sonnig und warm. Der so genannte "El Nino"-Strom wirbelt zudem das Klima in unregelmäßigen Abständen mit sintflutartigen Regenfällen durcheinander.

An Felsen gefesselt

Zwischen Quito und Cuenza liegt die Straße der Vulkane. 30 aktive und zahlreiche erloschene Vulkane gibt es in Ecuador. Bestiegen hat die Studentin zuerst den Pichincha bei Quito, der etwa 4800 Meter hoch ist. Den zweithöchsten Vulkan, den Cotopaxi, fast 6000 Meter hoch, ging sie dann mit zwei Schweizer Freunden und einem Bergführer an. In einem dreitägigen Trip, um sich zu akklimatisieren, wollten sie versuchen, diesen Vulkan zu erklimmen. Der erste Tag führte sie von 3000 auf 3800 Meter Höhe. Am zweiten Tag ging es dann auf 4800 Meter Höhe mit Übernachtung an der Schneegrenze im Zelt.

Mit Steigeisen und Schneeausrüstung brachen sie dann um 1 Uhr nachts auf. Ihre Schweizer Freundin brach frühzeitig ab und kehrte zum Basislager zurück. Sonja schaffte es noch bis auf 5500 Meter, musste dann aber aufgeben. Der Bergführer den Aufstieg abbrechen und zurückkehren zum Lager. Doch der Schweizer fühlte sich fit und wollte unbedingt zum Gipfel. Nach langem hin und her band sie der einheimische Bergführer schließlich in 5500 Meter Höhe mittels Haken und Seilen an den Felsen fest und setzte mit dem Schweizer den Aufstieg zum Gipfel fort. Nach einigen Stunden kamen beide wieder zurück, der Bergfüher band sie wieder los und sie stiegen gemeinsam zum Lager ab. Ein unvergessliches Erlebnis.

Unvergesslich auch die Reise mit dem Zug von Riobamba nach Alausí. Sieben Stunden lang mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 Stundenkilometern durch die herrliche Sierra. Die 23-Jährige: "Und weil der Zug so langsam dahinfährt, setzen sich alle Leute auf das Dach, das hat sich so eingebürgert." Auf dieser Fahrt bekam die Studentin auch immer wieder hautnahe Eindrücke von den ärmlichen Verhältnissen, in denen die Indios in diesen Regionen leben, mit.

Ein weiteres Erlebnis für Völkl war die Fahrt zum Äquator, 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Quito. Hier steht das Monument "Mitad del Mundo". Eine orangefarbige Linie, auf der man entlang laufen kann, markiert hier den Äquator.

Sagenhafte Dschungelwelt

Eine sagenhafte Pflanzen- und Tierwelt konnte Sonja Völkl bei einem einwöchigen Aufenthalt in einer Dschungellodge erleben. Vorausgegangen war eine zehnstündige Busfahrt, auf teilweise recht abenteuerlichen Straßen und auf Trampelpfaden im Dschungel. Jeder Tag wurde begleitet vom täglichen Regen. Der Oriente ist Lebensraum einer Vielzahl von Tierarten des tropischen Regenwaldes, einer Vielzahl an exotischen Früchten und Pflanzen.

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