16.04.2004 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Sozialdemokratische Mandatsträger sind in Wöllershof-Frage noch unentschlossen SPD vermeidet klare Diagnose

Dass die Doppelfunktion als Kreis- und Bezirksrat schnell zur Zwickmühle geraten kann, bekommen derzeit die CSU-Frauen Petra Dettenhöfer und Marianne Rauh zu spüren. Sie haben sich in der Bezirkstagsfraktion für eine Psychiatrische Klinik am Standort Wöllershof ausgesprochen.

von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Damit lösen sie bei Kollegen im Kreisverband Depressionen aus. Denn die Klinik auf dem Felixberg ist wohl ohne eine Angliederung der Wöllershofer Akutpsychiatrie kaum lebensfähig.

Werner Windisch, der für die SPD in beiden Parlamenten sitzt, versucht die Gratwanderung zu vermeiden. "Ich bin auf diesem Gebiet ein ziemlicher Neuling." Trotzdem zeigt er Sympathien für Wöllershof als Standort der Psychiatrie, auch wenn die Förderfähigkeit noch nicht geklärt ist. "Man kann nicht eine gute Kuh schlachten, um zwei kranke zu retten."

An einem Tisch

Nicht festgelegt hat sich auch die Fraktionssprecherin der SPD im Kreistag, Margit Kirzinger. Sie möchte in den nächsten Tagen Kreis- und Bezirkstagsfraktion an einen Tisch bringen. Um sich eine feste Meinung zu bilden, müsse erst geklärt werden, welche Maßnahme wie gefördert werde. Auch mit der im jüngsten Gutachten empfohlenen Gründung einer Holding im Sommer hat sie es nicht eilig. "Ob ja oder nein ist nicht die erste Frage. Erstmal müssen die Beteiligten wissen, wie sie sich darin wiederfinden."

Zumal die Waidhauserin auch im Krankenhaus Neustadt und Vohenstrauß noch Einsparmöglichkeiten sieht - unabhängig von der Wöllershof-Diskussion. "Im Wirtschaftsplan der Kreiskrankenhäuser haben wir ein Defizit von hochgerechnet 1,1 Millionen Euro zum Jahresende, aber durch Zusammenarbeit bei Einkauf, Küche und Apotheke ist noch Potenzial da." Eindeutig ist Kirzingers Haltung dagegen zum Streit innerhalb der CSU: "Ich ärgere mich über den Umgang mit Petra Dettenhöfer."

Die CSU-Bezirksrätin und ihre Kollegen haben sich mittlerweile auch von einem Gutachten distanziert, das der Bezirk 2002 bei dem Bayreuther Professor Dr. Manfred Wolfersdorf in Auftrag gegeben hatte. Er war zu dem eindeutigen Schluss gekommen, dass eine neue Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie nicht in Wöllershof, sondern in Weiden, beziehungsweise auf jeden Fall angegliedert an eine somatische Klinik, gebaut werden soll.

Treffen mit Schröpf

Möglicherweise ist darüber nach dem Treffen von OB Hans Schröpf bei Landrat Simon Wittmann heute Vormittag mehr zu erfahren.

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