Späße und tolle Musik - Bayerische Nacht am Schafferhof war lang und voller Überraschungen
Mit Kopf, Bauch und Herz

Die Liebe zur Blasmusik haben die "Berngauer Fexer" von den Eltern geerbt. Es war faszinierend zu hören, mit welcher Spielfreude die zwei Jungs und das Mädel mit Trompete, Flügelhorn und Tuba den Klang einer ganzen Blaskapelle erzeugten.

Bayerische Nächte am Schafferhof sind lang. Jede Minute war am Mittwoch ausgefüllt mit Späßen, Witzen, Trinksprüchen und Volksmusik in vollendeter Form. Böhmisch, Bayerisch, Fränkisch und ein bisschen Amerikanisch. Dafür standen am Mittwoch die "Berngauer Fexer", die "Blecherne Sait'n", die "Zwoa Schneidig'n" und die "Wiesenttaler Musikanten".

In Neuhaus bereits bekannte Musikanten laden immer wieder neue Gruppen ein, die sie bei Konzerten kennenlernen. So hatten die "Blechernen Sait'n" (Ingrid und Franz Gericke, Marina Regler) die "Berngauer Fexer" mit auf der Bühne. Die Jugendlichen Daniel Barth, Alex Schumann und Sophie Barth eroberten sofort die Herzen des Publikums. Faszinierend ist, dass Teenager eine Leidenschaft für Blasmusik haben. Ihre Instrumente sind Trompete, Tuba und Flügelhorn. Die Liebe zur Blasmusik wurde ihnen von den Eltern in die Wiege gelegt. Sie stammen aus der Gegend um Neumarkt. Es braucht keine 20 Leute für eine Blasmusikkapelle, das schafften am Mittwoch die drei jungen Musiker perfekt. Barth stellte die Truppe und die einzelnen Musikstücke vor. Sie hatten tschechische Polkas, einen Zigeunermarsch, ein eigenes Arrangement mit spanischer Melodie und einen "brutal schweren Walzer" im Gepäck. Dann durften sich die Zuschauer bei der "Kuschelpolka" näherkommen. International wurde es bei "The lion sleeps tonight".

Nicht immer jugendfrei

Die "Blecherne Sait'n" eröffnete mit "Grüaß di Gott, du alte Hütt'n". Das Publikum stimmte sofort in den Refrain mit ein. Für Lacher sorgte auch der Zwiefache: "Gickerl, wenns't niat krahst". Da waren nicht alle Strophen jugendfrei. Im Lied von der "Wamp'n" kokettierte Franz Gericke mit seiner stämmigen Figur. Nach der Melodie von "Down by the Riverside" forderte Gericke seine Ingrid auf: "Alte, ruck's Geld raus."

Einen perfekten Luis Armstrong legte der Franz bei "High Society" auf die Bühne der Schafferhof-Tenne. Lee Marvins "Wandering Star" wurde von den Blechernen Sait'n zum "Nacktschneck" umfunktioniert. Die Schnaittenbacher glänzten mit zwei Zithern, Tuba und Gesang. Während bei den ersten beiden Musikgruppen das musikalische Zepter hin und herwanderte, waren es bei den nächsten Musikanten auch die Witze. Christian Müller aus Waldkirch und Manfred Wild aus Eslarn, genannt die "Zwoa Schneidig'n" sind bekannt für ihren trockenen Humor. Mit Akkordeon, Harmonika und Horn stehen sie auch für bodenständige Volksmusik. Die "Wiesenttaler Musikanten" wurden von den "Schneidig'n" "eingeschleppt" wie Harald Hirsch, Chef der fränkischen Truppe erklärte.

"Und sie lieben sich doch" könnte man sagen, denn es gab keine der oft üblichen Sticheleien zwischen Oberpfälzern und Franken, es herrschte völlige musikalische Harmonie. Das zeigte sich auch, als in der letzten halben Stunde vor Mitternacht beide Gruppen zusammen aufspielten. Sie wollten auch "Oi's, blos koa Wasser niat", und das brachte eine Runde Schnaps von Wirt Reinhard Fütterer.

Ohne Notenblätter

Der letzte "Rausschmeißer" wurde erst weit nach Mitternacht gespielt. Die Musik lag allen Künstlern so im Blut, dass keiner ein Notenblatt brauchte, die Töne kamen aus dem Kopf und aus dem Herzen - in vollkommener Perfektion.
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