SPD-Kreistagsfraktion informiert sich bei Jugendamtschef Klaus Egelseer über Probleme bei ...
Manche Heime kosten über 300 Euro am Tag

Pressath. (gt) Das Thema Jugendhilfe stellte die SPD-Kreistagsfraktion in den Mittelpunkt ihrer Sitzung im Pressather Rathaussaal. Jugendamtsleiter Klaus Egelseer stand den Kreisräten Rede und Antwort.

Teuer Fälle von außerhalb

Zunehmend schwieriger gestalte sich die Jugendarbeit im Landkreis, gestand Egelseer gleich zu Beginn seiner Ausführungen. Dies gelte für den finanziellen Bereich ebenso, wie für die Inhalte. Am konkreten Fall eines 13-Jährigen veranschaulichte der Jugendamtsleiter die Problematik. Es häufen sich die Fälle von "seelischen Behinderungen" und erzieherischen Problemen. Oftmals sei es schwierig, spezielle Heimplätze zu finden. Tagessätze von über 300 Euro seien keine Seltenheit.

2012 wies die Statistik des Jugendamtes 152 Fälle auf. "Im ersten Quartal 2013 sind es schon wieder 49", seufzte Egelseer und verwies auf besonders kostenintensive Zuzüge in den Landkreis. Die steigenden Fälle der seelischen Behinderungen seien auffällig, wie auch die Notwendigkeit von Schulbegleitungen.
War es im Jahr 2008 nur eine Schulbegleitung im ganzen Landkreis, sind es 2013 bereits 17 Fälle mit einem Kostenaufwand von 300 000 Euro. Immer mehr Diagnosen würden "Authismusspektrums-Störung" lauten. Aber die Wichtigkeit einer begleitenden Betreuung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie müsse festgehalten werden. Gute Erfahrungen gebe es mit Familienhebammen.

Die Haushaltsentwicklung in der Jugendhilfe liege im Ansatz, er könne jedoch noch keine Prognose für 2013 stellen, sagte Egelseer.

700 Kiga-Plätze frei

Weitere Ausblicke des Referenten galten den Kinderkrippenplätzen. 2012 wies die Statistik 387 Plätze auf. 2013 werden 156 neu geschaffen. "Die Gemeinden haben ihre Hausaufgaben gemacht", so sein Kommentar für diese positive Entwicklung. Die Durchschnittskosten für einen Krippenplatz für vier Stunden im Landkreis würden rund 110 Euro betragen. Festgehalten hatte Egelseer aber auch, dass nach den erteilten Betriebserlaubnissen im Landkreis derzeit rund 700 freie Regelkindergartenplätze zu verzeichnen seien - ein Zeichen des Geburtenrückgangs der vergangenen Jahre.

Der Jugendhilfeausschuss des Kreises muss sich in seiner Sitzung am 18. April mit der Neuregelung der Gesetzgebung bei Missbrauch beschäftigen und eine Empfehlung des Jugendamtes über die Änderungen des Sozialgesetzbuches II beraten.
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