30.06.2011 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen leitenden Arzt der Kliniken AG - Jetzt haben Gutachter das ...: Verdacht auf Behandlungsfehler

von Autor CDProfil

Wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung laufen Ermittlungen gegen einen leitenden Arzt der Kliniken Nordoberpfalz AG. Das bestätigte Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Mittwoch auf NT-Anfrage. Im Krankenhaus Eschenbach habe es deshalb am 8. Juni eine Durchsuchung gegeben, bei der Unterlagen sichergestellt wurden. Mit Hilfe von Gutachtern werde nun geprüft, ob es tatsächlich zu Behandlungsfehlern gekommen ist.

Die Staatsanwaltschaft habe von dem Verdacht erfahren und sei nach einer ersten Überprüfung in die Ermittlungen eingestiegen, um die Dokumentationen zu bekommen, zu sichten und sie mit Hilfe von Sachverständigen auszuwerten. Mit weiteren Auskünften hielt sich Schäfer bedeckt. Weder wollte er mitteilen, wer Anzeige erstattet hat ("Es ist uns zu Ohren gekommen"), noch um welche und wie viele Fälle genau es sich handelt: "Es mag um eine Handvoll gehen."

Rechtlich sei es so, dass man als Arzt relativ schnell in den Bereich der Strafbarkeit kommen könne, wenn man fahrlässig einen Fehler begehe, gab Gerd Schäfer zu bedenken.
Ob es zu einer Anklage kommen wird, könne er noch nicht beurteilen. Das werde sich so bald auch nicht abschätzen lassen. Schäfer: "Die Auswertung mit Hilfe von einem oder mehreren Sachverständigen dauert eben ihre Zeit. Zumal es nicht nur um einen Patienten geht."

Von der Kliniken AG waren am Mittwoch weder Vorstand Josef Götz noch ärztlicher Direktor Dr. Manfred Hausel für eine Stellungnahme zu erreichen. Regionalleiter Christian Stadler wollte sich unter Hinweis auf das schwebende Verfahren ebenfalls nicht näher äußern: "Wir können keine Stellung nehmen, weil wir keine Unterlagen haben."

Ein langwieriges Ermittlungsverfahren zehre an den Nerven, und ein Arzt habe einen verantwortungsvollen Beruf, so Stadler. Daher nehme man den Betroffenen erst einmal aus dem Feuer. Der Arzt sei bis auf Weiteres freigestellt - "sowohl zu seinem Schutz, aber auch zum Schutz des Hauses", unterstrich der Klinikmanager und fügte hinzu: "Von unserer Seite wird ihm nichts zur Last gelegt." Die ärztliche Versorgung des Krankenhauses bleibe sichergestellt.
Ulrich Cronenberg, der Vorsitzende des Krankenhaus-Fördervereins, erfuhr im Finnland-Urlaub durch einen NT-Anruf am Dienstagabend von den Vorwürfen und nahm sie mit größtem Bedauern zur Kenntnis. Er wisse von vielen zufriedenen Patienten, die teilweise von weit her zu dem Mediziner kämen. Aus eigener Erfahrung könne er ebenfalls nur Positives sagen, versicherte Cronenberg: Seine Frau sei in äußerst kritischer Situation bei diesem Arzt in besten Händen gewesen.

 

 

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