Stadtkapelle Oberviechtach beweist beim Patenverein in Winklarn musikalisches Können
Im Härtetest in "Harmonie vereint"

Festleiter Josef Dausch (links) zapfte ein Fass Bier an, als er die Winklarner Musikanten um die Übernahme der Patenschaft bat.
"Man bekommt im Leben eben nichts geschenkt." Diese Gewissheit der altbekannten Volksweisheit bekamen die Mitglieder der Stadtkapelle hautnah zu spüren, als sie Ausschau hielten um einen Patenverein für ihr 25-jähriges Jubelfest. Aber der Einsatz hat sich gelohnt, wenn auch die Bedingungen sehr hoch geschraubt waren.

Am Pfingstwochenende (18. und 19. Mai) feiert die Stadtkapelle ihr Gründungsfest. Freundschaftliche Beziehungen bestehen schon seit vielen Jahren mit der Blaskapelle Kunschir in Winklarn. Was lag da näher, als in Winklarn anzuklopfen und offiziell zu bitten um die Übernahme der Patenschaft.

Zwiefacher als Marsch

Dieses Zeremoniell geschah am Marktplatz in Winklarn und in freudiger Erwartung postierten sich die Spieler der örtlichen Blaskapelle bei der Mariensäule. Pünktlich um 19 Uhr marschierten die Blasmusikfreunde aus Oberviechtach an und mussten anhalten, weil ihnen der Weg versperrt war. Wohl vorbereitet begrüßte Eduard Kunschir in gereimter Form die Gäste, worauf der Sprecher der Stadtkapelle, Josef Dausch, unmissverständlich sein Bittgesuch vortrug. Um der ganzen Sache mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, hatten die Oberviechtacher Musiker auch für den obligatorischen Schluck Bier vorgesorgt, der dem frisch angezapften Holzfass auf dem Rücken des Trommlers (Dr. Michael Pronold) entnommen wurde. Damit wollten es die Gebetenen aber noch nicht bewenden lassen.
Um die Qualität der Bittsteller festzustellen, überreichte Kapellmeister Sebastian Kunschir seinem Oberviechtacher Kollegen Tobias Zeitler ein Packerl Noten mit dem Musikstück "I bin da Wirt vo Stoa, i trink mei Bia aloa". Er forderte dazu auf, diesen "Zwiefachen" als Marschmusik zu verwenden und somit die Trittsicherheit und das Taktgefühl zu beweisen. Das Ergebnis war umwerfend, denn schon nach der Hälfte der Darbietung konnte man feststellen, dass "der Wirt vo Stoa" sein Bier wirklich alleine getrunken hatte.

Bei der nächsten Prüfung wurde abermals Notenmaterial verteilt, welches den Allerweltsmarsch "Ruetz" beinhaltete. Gleichzeitig mussten die Gäste über sich ergehen lassen, dass der Hälfte der Musiker ihre Instrumente abgenommen wurden. Die dadurch frei werdenden Hände durften eingesetzt werden, mit den verbliebenen Instrumentalisten ein Duo zu bilden und pro Instrument vierhändig fehlerfrei den Marsch zu blasen. Bei dieser einmaligen Aktion konnte man deutlich erkennen, welch gefällige Tonqualität einem Blasinstrument durch Dualbedienung zu entlocken ist. Die Organisatoren der Winklarner Blasmusik zeigten sich begeistert vom Ausgang der musikalischen Leistungsprüfung und dem Können der Oberviechtacher Freunde.

"Ja, wir wollen"

Unter Beifall und mit Händedruck wurde die Frage nach der Patenschaft mit: "Ja, wir wollen" beantwortet. Um keine Zweifel aufkommen zu lassen, wurde im Gemeinschaftschor die Besiegelung musikalisch mit dem Marsch "In Harmonie vereint" bewiesen. Die mit Spaß kaum zu überbietende Zeremonie fand im Freien statt und kaum jemand merkte, dass es dabei regnete.

"Gut, dass es auch einen Schirmherrn gibt", dachte sich Bürgermeister Hans Sailer, als ihn sein Oberviechtacher Kollege Heinz Weigl unter seinen weißblauen Schirm bat. Beim gemütlichen Teil im Pfarrheimsaal wurde bei einer guten Brotzeit die Freundschaft zwischen den beiden Klangkörpern weiter vertieft und Musiker beider Blaskapellen lieferten dazu die passende Musik.
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