Theaterverein beherrscht die Kunst des perfekten Bauerntheaters
Der Pfarrsaal tobt

Wer einen vergnügten Theaterabend erleben will, ist mit dem Lustspiel "Meine Frau macht Karriere" bestens bedient. Das herzerfrischende Stück sorgte beim Eschenbacher Premierenpublikum für Begeisterung. Bilder: do

Zurück zu den Wurzeln. Die gute alte Zeit des Volkstheaters ist wieder da. Kleinkünstlerisches Spektakel im Original und in alter Qualität konnten die Besucher zur Premiere des Lustspiels "Meine Frau macht Karriere" genießen. Es durfte nach Herzenslust gelacht werden. Eine gute Rezeptur zum Wohlbefinden war der Theaterabend allemal.

Vielleicht auch ein ergiebiger Gesundbrunnen. Denn Lachen baut Stress ab und setzt Glückshormone frei. Und zum schieflachen bot der Dreiakter von Erich Koch jede Menge Gelegenheit. In den ausverkauften Vorstellungen am Wochenende bestätigte sich: Die Eschenbacher Spaßtruppe des Theatervereins hatte mit der Auswahl der Stücks voller Turbulenzen und Verwechslungen, voll Eifersucht und Amor eine gute Entscheidung getroffen.

Witz und Fantasie

Das Premierenpublikum, unter ihnen Dekan Thomas Jeschner, war begeistert. In der köstlichen Komödie wird der Klopapierhersteller Fritz zur tragischen Figur. Von der Ehefrau als Fremdgänger entlarvt, wird der bedauernswerte Ehemann von der gehörnten Gattin und der Schwiegermutter zum Hausmann degradiert. Es beginnt eine quälende Bußzeit mit allen Facetten häuslicher Alltagsarbeit.

Der Weinhändler Hubert Ascher versucht aus der Eiszeit im Hause des Fabrikanten Kapital zu schlagen und gerät ebenfalls in starke Turbulenzen. Seine Weinproben mit einem "Pfaffentaler Pfürzele" werden zu Sauforgien. Das Durcheinander komplett machen der Pfandflaschensammler Uwe und seine Gattin Dora, die sich wiederum um einen Dixi-Toiletten-Hersteller bemüht. Die Ausraster der eifersüchtigen Ehefrau, die Finten der resoluten Schwiegermutter des Hausherrn und die Provokationen der liebestollen Sekretärin geben dem Stück zusätzliche spielerische Fantasie.
Deftige Lebensweisheiten heizen die Stimmung weiter an. So wird schon einmal der grazile Körper von Irma (Susanne Luth) zum Sanierungsfall und ihre Freundin Dora (Elisabeth Eckert) glaubt: "Lieber totgeschminkt als vom Leben gezeichnet." Bei Trude (Carmen Longares-Ulrich), der Mutter von Irma, reift die Erkenntnis: "Männer sind Schläger oder Versager." Provokationen und andere rhetorische Knaller ziehen sich wie ein roter Faden durch das feurige Stück. Der Pfarrsaal tobt. Allen Darstellern bietet das Stück dankbare Rollen, die von Spielleiterin Elke Müller nach Maß besetzt wurden. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Schauspieler auf "den Brettern" des Saales keine Unbekannten. Bei jedem Akteur spürten die Besucher Freude und Engagement. Reinhard Leipold als Hausmann beeindruckte ebenso wie Susanne Luth in der Rolle der betrogenen Ehefrau. Elke Müller betörte als Sekretärin und das theatralische Talent von Elisabeth Eckert ist einfach umwerfend.

Pointe auf Pointe


Rasend schnell wechselten auf der Bühne die Pointen. Dazu trägt auch die große schauspielerische Erfahrung von Carmen Longares-Ulrich bei. Die Rolle als Oma, Mutter und Schwiegermutter verkörpert sie vollendet. Als lebenslustiger Weinhändler begeistert Martin Höchtl. Und auch die Verwandlungskünste des Nachwuchstalents Matthias Bräutigam regen zu Lachsalven an. Charmant weiß sich auch Andrea Schneider darzustellen.

Der herzliche Schlussapplaus für alle Mitwirkenden, für Ella Teichmann als Souffleuse und Christiane Höchtl (Maske) war verdient. Für die Vorstellungen am Freitag und Samstag, 19. und 20. April, jeweils um 19.30 Uhr im Pfarrsaal, sind Karten bei Foto Ott, Schreibwaren Wamser oder an der Abendkasse erhältlich.
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