Theaterverein präsentiert am Wochenende neues Stück und begeistert damit das Publikum
"A saubere G'sellschaft" feiert Erfolg

"Ba-Ba-Ba-Ba-Banküberfall. Das Böse ist immer und überall. Mit einem Wort: Die Lage ist fatal. Da hilft nur eins: ein Banküberfall". Der Songtext der Ersten Allgemeinen Verunsicherung könnte Pate gestanden haben bei der Auswahl der Gaunerkomödie, die der Theaterverein am Wochenende in Eschenbach präsentierte.

In den beiden ausverkauften Vorstellungen der Kriminalstücks "Zur Kasse, Schätzchen" oder auf gut bayerisch "A saubere G'sellschaft" gab es alle Zutaten für einen spannenden Theaterabend: einen schauderhaft verkleideten Bankräuber mit Totenmaske, eine silbrig-glänzende Schnellfeuerpistole, eine voluminöse Geldtasche, Abhörmikrofone, Überwachungskameras, Handschellen ohne Ende und schließlich einen verdeckten Ermittler.

Bizarre Gaunerkomödie

Bei dem Stück handelt es sich um eine etwas bizarre, von Verdächtigungen und Situationspointen wimmelnde Gaunerkomödie, deren besondere Note darin besteht, dass die meisten Akteure als Bankräuber oder Komplizen verdächtigt werden. Trotzdem sind die Dialoge so geschickt gebaut, dass der Zuschauer bis zuletzt auf den Ausgang gespannt ist und die originelle Schlusspointe zu einer überraschenden Wende führt. Im Mittelpunkt der Handlung steht das süße Leben eines eingeheirateten Lebemannes, der mit dem Geld seiner Ehefrau, Chefin einer Privatbank, einen lockeren Lebensstil pflegt. Durch zwei Überfälle auf die Bank und eine Geiselnahme geraten die Bankerfamilie und ein chronisch verschuldeter Kundenkreis in gehörige Turbulenzen. Eine Kommissarin tappt bei ihren Ermittlungen im Dunkeln. Bei den Vernehmungen häufen sich die Widersprüche.

Entschlossene Besucher

Den Darstellern bietet das Stück dankbare Rollen, die von Spielleiterin Elke Müller nach Maß besetzt wurden. Man spürte das Rollenverständnis und die Freude an der Kunst des Theaterspiels. Geschickt verstanden es die Laienschauspieler, ihr Vergnügen an ein dankbares Publikum zu übertragen. Es gab immer wieder Szenenbeifall der von vornherein zum Vergnügtsein entschlossenen Besucher.

Unter den Darstellern gebührte die Krone ohne Zweifel Reinhard Leipold in der umwerfend schlitzohrigen Rolle des Herrn von Kehl und Ehemann der Bankchefin. Susanne Luth kämpfte als Direktorin der kleinen Privatbank "mit den Waffen einer Frau" und als Bühnenneuling ungewöhnlich souverän und mit theatralischem Talent um Geld und Ehre. Rasend schnell geht's auf der Bühne zur Sache. Carmen Longares-Ulrich gibt die eigenwillige und mitteilsame Oma, eine köstliche Type. Elke Müller spielt als Kommissarin die offizielle Gerechtigkeit. Ihre "nervenaufreibenden" Befragungen sorgen für viel Aufregung.
Das Durcheinander wird mit den undurchsichtigen Typen Ferdinand Klein (Stefan Schloderer) und Jack (Martin Höchtl) noch verstärkt. Beide gehören zu den Nachwuchstalenten des Ensembles. Mit gewohnter Unbekümmertheit und natürlichem Charme glänzte Elisabeth Eckert als lebenslustiges Hausmädchen Maria. Mehr soll über die Handlung nicht verraten werden. Der große Schlussapplaus für Mitwirkende und Helfer hinter der Bühne war wohlverdient.

Großes Interesse

Den Theaterfreunden ist zu empfehlen, sich möglichst bald Karten für eine der nächsten Aufführungen zu besorgen. Der Anklang nach dem Premierenwochenende ist riesengroß. Im Vorverkauf sind Karten bei Foto-Ott und Schreibwaren Wamser erhältlich. Restbestände werden an der Abendkasse verkauft. Die weiteren Vorstellungen finden am Freitag und Samstag, 15./16. April, jeweils um 19.30 Uhr im Pfarrsaal statt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.