"Trailrunner" Sigi Hierl vom Radsportclub Neukirchen bricht Lauf in der Schweiz ab
Hungerast nach 92 Kilometern

Am Start waren Sigi Hierl (links) und sein Laufpartner Stefan Büschges noch guter Dinge. Bild: lhc

"Trailrunning" in den Alpen - das heißt unwegsame Pfade, viele Höhenmeter und lange Distanzen. Sigi Hierl vom Radsportclub (RSC) Neukirchen hat sich zum Spezialisten für solche Extremläufe entwickelt. Für diesen Sommer wählte er den "Swiss Irontrail" über 201 Kilometer und 11 500 Höhenmetern aus. Er erlebte einige unangenehme Überraschungen.

Zur Vorbereitung absolvierten Sigi Hierl und sein schwäbischer Laufpartner Stefan Büschges den "Salomon Zugspitz Ultra". Seine 80 Kilometer mit sehr harten 4156 Höhenmetern bewältigten sie in gut 15 Stunden. Das reichte für Platz 56 von 185 Starten.

Nach einer gewissen Regenerationszeit nahmen sie das Laufabenteuer in der Schweiz in Angriff. Das Wetter spielte dort allerdings nicht mit. Nach Dauerregen und zahlreichen Murenabgängen musste die Strecke kurzfristig verlegt werden.

Hierl startete ordentlich und erreichte nach einem knackigen Anstieg den Sertigpass auf 2739 Metern Meereshöhe. "Schneetreiben begleitete uns, aber es war einfach traumhaft, in diesem hochalpinen Gelände zu laufen, wenngleich auch Gebirgsbäche, die bis zu acht Meter Breite angeschwollen sind, zu durchqueren waren", schwärmt Sigi Hierl. Nach 63,3 Kilometern pausierte das Team rund zweieinhalb Stunden.

Mitten in der Nacht machten sich er und sein Partner auf den Weg zum 2731 Meter hohen "Chamanna Segantini". Sechs Minus-Grade und Schnee erwarteten sie dort, aber keinerlei Verpflegung. "Nicht einmal einen warmen Tee bekamen wir, und im nächsten Ort Pontresina war die Verpflegung auch nicht ausreichend. Leider waren alle Geschäfte noch geschlossen", schimpft der Läufer über die schlechte Organisation. Dennoch wagten er und sein Mitläufer den harten 14-Kilometer-Anstieg zur Fuorcla Surlej auf 2755 Metern.

"Schnee und Kälte kosteten enorm Energie, und der berühmte Hungerast holte uns ein. Es wäre zu gefährlich gewesen, weiterzulaufen, da auch die Konzentration deutlich nachlässt", berichtete Sigi Hierl dann über den Abbruch nach gut 92 Kilometern, 5300 Höhenmetern und knapp 19 Stunden.

Sein Fazit: "Mit entsprechender Nahrungsaufnahme hätten wir es geschafft. Anderen Läufern ging es genauso, und leider beendete so nicht einmal die Hälfte des Starterfeldes die komplette Distanz von 201 Kilometern."

Tatsächlich war am Ende eine Frau Gesamtsiegerin: Denise Zimmermann aus der Schweiz machte kaum Pausen und war mit 38:15 Stunden fast vierzig Minuten eher im Ziel als der schnellste Mann.
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