13.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Überraschungsgast am Rußweiher bei Eschenbach Schwarzstorch hält Rast auf dem Autodach

Als Beifahrer reist es sich bequemer, dachte sich wohl ein Schwarzstorch, der europaweit zu den besonders gefährdeten Tierarten zählt. Der Adebar hatte sich am Montag in der Freizeitanlage Rußweiher auf dem Audi des Pächterehepaares Rodler niedergelassen. Den hielt er offenbar für einen guten Aufenthaltsort.

Über eine Stunde lang hielt der Schwarzstorch seine Rast auf dem Audi von Raimund Rodler und ließ sich durch nichts stören. Der Pächter der Freizeitanlage Rußweiher dachte zunächst, das Tier sei verletzt. Erst als sich Carmen Vidal von der Unteren Naturschutzbehörde auf etwa einen Meter näherte, flog der Großvogel in Richtung Naturschutzgebiet davon. Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Als Frühaufsteher rieb sich Raimund Rodler die Augen, als er sich anschickte, frische Semmeln beim Bäcker abzuholen. Ein Storch saß auf dem Autodach und ließ sich nicht verscheuchen. Gutes Zureden, sich doch einen bequemeren Rastplatz zu suchen, half ebenso wenig, wie die Verlockungen vom Frühstücks-Büfett des Restaurants.

Einfach losfahren, das wollte der tierliebe Gastronom ebenfalls nicht. Eine Verletzung oder gar eine Flugunfähigkeit des Überraschungsgastes war nicht auszuschließen. In seiner Not verständigte der Hotelier über die Stadt das Landratsamt Neustadt/WN. Carmen Vidal von der Unteren Naturschutzbehörde reiste geschwind zum Ort des Geschehens, um den kleinen Bruder des Weißstorchs zu begutachten.

Eine Beringung gab Hinweise auf ein ehemaliges Quartiergebiet in Radolfzell am Bodensee. Auch die Naturschutz-Fachkraft konnte sich das Verhalten des neugierig dreinblickenden und nicht zu verscheuchenden Großvogels nicht erklären. Doch endlich, als sich das schwarze Federvieh vielleicht an den staunenden Menschen sattgesehen hatte, startete der Langbeiner mit elegantem Flügelschlag in Richtung der urwüchsigen Eschenbacher Naturschutzgebiete.

Glaubhaft versicherte der Endsiebziger Raimund Rodler, sich keine Gedanken über die Folgen des Storchenbesuches zu machen. Auch die Zuneigung von Meister Adebar für das Privatauto der Rodlers wollte der Wirt nicht als "Botschaft" werten.

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