VdK-Infoabend mit Sicherheitstipps für Senioren
Von "Enkeltrick" bis Kaffeefahrt

Neualbenreuth (kdi) Wichtige Sicherheitstipps für Senioren gab es jetzt bei einem Informationsabend des VdK-Ortsverbands. Kriminalhauptkommissar Peter Nößner von der polizeilichen Beratungsstelle Weiden erläuterte anschaulich, wie sich ältere Menschen und ihre Angehörigen vor kriminellen Machenschaften schützen können.

Mit Hilfe einiger Beispiele zeigte Peter Nößner auf, wie Kriminelle häufig vorgehen. So sei besondere Vorsicht geboten, wenn Fremde an der Haus- oder Wohnungstür läuten und versuchen, sich mit fadenscheinigen Argumenten Zutritt zu verschaffen. Vor allem die Frage nach einer Möglichkeit zum Telefonieren wegen eines angeblichen Notfalls sollte jeden hellhörig machen - denn heute habe fast jeder ein Mobiltelefon. "Die Betrüger und Diebe wollen eine scheinbare Notlage ausnutzen und verfolgen dabei immer nur ein Ziel: Sie sollen die Tür öffnen, damit die Täter in Ihre Wohnung gelangen können", so Nößner zu den Zuhörern.

Einige Täter behaupteten, in amtlicher Eigenschaft oder mit behördlicher Befugnis vor Ort zu sein. Dabei gäben sich die Trickdiebe als Polizei-, Kriminalbeamte oder Gerichtsvollzieher, als Mitarbeiter von Elektrizitäts-, Gas oder Wasserwerken, als Heizkostenableser, Handwerker, Mitarbeiter von Kirchen, Berater der Krankenkasse oder Rentenversicherung oder Monteure einer Telefongesellschaft aus. "Lassen Sie sich immer einen Ausweis vorlegen. Durch das darauf vorhandene Lichtbild tritt die betreffende Person aus der Anonymität!", riet der Experte.

Keine Auskünfte geben

Als "ausgesprochene Sauerei" bezeichnete Nößner den sogenannten "Enkeltrick". Dies sei eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, die oft schwere Folgen nach sich ziehe. Dabei gingen oft hohe Geldbeträge, manchmal sogar Lebensersparnisse verloren. Betrüger gäben sich als Verwandte, Enkel oder gute Bekannte aus und fragten kurzfristig nach Bargeld. Als Begründung werde eine finanzielle Notlage vorgetäuscht. Sobald sich der Angerufene bereit erkläre zu helfen, werde ein Bote angekündigt, der sich zwar mit einem zuvor vereinbartem Kennwort vorstelle, aber dann mit dem übergebenen Geldbetrag auf Nimmerwiedersehen verschwinde. "Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Geben Sie keine Auskünfte zu ihren familiären und finanziellen Verhältnissen, halten Sie nach einem derartigen Anruf Rücksprache bei Familienangehörigen und informieren Sie sofort die Polizei unter der Notrufnummer 110, wenn Ihnen eine derartige Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt", betonte Nößner.

Nichts kaufen

Ein weiteres Thema war das Verhalten bei Kaffeefahrten. Dabei sollte man sich auf keinen Fall zu einem Kauf - und sei er auch als noch so günstig dargestellt - überreden lassen. Zwar gelte ein 14-tägiges Rückgaberecht, doch sei oft nicht ersichtlich, wer die Ware überhaupt verkauft hat. Vorsicht ist laut Nößner auch geboten bei obskuren Gewinnbenachrichtigungen, günstigen Reiseangeboten oder Erbversprechen. Zumeist werde eine angebliche Bearbeitungsgebühr verlangt - und wenn diese bezahlt sei, höre man von der Sache nie wieder etwas. "Da haben schon Menschen Kredite über Zigtausend Euro aufgenommen, um an eine erhoffte Erbschaft von mehreren Millionen zu kommen", so Nößner

Als Einladung zum Einbruch bezeichnete der Kriminalhauptkommissar die Angabe der vollständigen Adresse eines Verstorbenen in der Traueranzeige. Ein Einbrecher könne davon ausgehen, dass während der Beerdigungs- und Trauerfeier die Wohnung unbeaufsichtigt ist und könne diese Gelegenheit nutzen.

Am Ende gab es für alle Teilnehmer die Broschüre "Der goldene Herbst - Sicherheitstipps für Seniorinnen und Senioren". Dieses Heft ist auch bei jeder polizeilichen Beratungsstelle zu erhalten. "Wenn Sie heute heimkommen und sind sich sicher, dass Sie keinen Fremden in ihre Wohnung hinein lassen, haben Sie schon viel gewonnen" sagte Peter Nößner zum Abschluss.
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