Viele Neustädter und Waldthurner nehmen Abschied von Pfarrer Greil
"Einfach ein Freund"

Verwandte, Weggefährten, Freunde und viele Gläubige waren zum Requiem von Pfarrer Joseph Greil gekommen, das am Freitag viele Geistliche gemeinsam feierten. Hauptzelebrant Dekan Thomas Jeschner aus Eschenbach und seine Mitbrüder verabschiedeten sich in der Stadtpfarrkirche St. Augustinus in Viechtach vom Geistlichen Rat - einige mit persönlichen Worten.

"Joseph Greil hat für seine Kirche gelebt. Der Gottesdienst lag ihm am Herzen", sagte der Neustädter Stadtpfarrer Josef Häring. "Ein Priester hat die Aufgabe, dass die Saat gut ausgestreut wird - für das Wachsen und Fruchtbringen sorgt Gott selbst", betonte der Geistliche Rat in der Predigt. "Joseph Greil war 56 Jahre Priester - ein Sämann Gottes und eine Kämpfernatur. Niemand kann die vielen Körner zählen, die er ausgesät hat", würdigte Häring.

Unverwüstlicher Wallfahrer

Der Prediger las aus dem Vorwort eines der Versbücher, die Greil verfasst hat, und brachte damit das humorvolle Wesen des Verstorbenen auf den Punkt: "Diese Verse sind nicht von Nöten, sondern von Greil." Der Priester sei ein Bayerwäldler gewesen, der in der Oberpfalz Wurzeln geschlagen hat. Bevor ihn die Krankheit eingeschränkt habe, sei er ein unverwüstlicher Marschierer zwischen Neustadt und der Mutter Gottes auf dem Fahrenberg gewesen. 20 Kilometer, die Greil unzählige Male zurücklegte habe, erzählte Häring. Greil habe Gott immer gedient. "In den letzten Jahren war er ans Bett gefesselt."
Zahlreiche Redner würdigten die Verdienste des Verstorbenen. Domkapitular Johann Neumüller aus Regensburg ließ das Leben des Geistlichen Revue passieren. "Greil hatte es nicht leicht, er kam aus ärmlichen Verhältnissen, sein Vater war früh verstorben." Das Kloster Metten, das Priesterseminar in Regensburg, Kooperator in Neustadt und Religionslehrer in Weiden waren Greils Lebensstationen. "Er war hochbegabt, oft Klassensprecher und immer einer der Besten", sagte Neumüller. Liebevoll nannte man ihn in Neustadt "Greil Sepperl", was die enge und herzliche Beziehung zu den Menschen aufzeige.

Der Waldthurner Pfarrer Marek Baron dankte für Greils Seelsorgehilfe in Waldthurn. "Mit seiner humorvollen und frommen Art erreichte er die Menschen. "Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen hat, steht im Herzen seiner Mitmenschen", zitierte Waldthurns Bürgermeister Josef Beimler den Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer. "Wir verneigen uns vor Joseph Greil - sein Name ist fest in die Geschichte der Marktgemeinde Waldthurn eingegangen."
Schlicht und einfach "einen Freund" verabschiedete Karl Wildenauer von der Musikschule Neustadt. Beim größten Verein in der Kreisstadt, der DJK, war Greil Ehrenmitglied. Kurt Amesberger vom "Trachtenverein Waldler Viechtach" erinnerte an den "Pepp", der die vielen Zuhörer auf dem Distelberg bis zu seiner Erkrankung alljährlich mit lustigen, aber auch nachdenklichen Anekdoten zu begeistern wusste.

Schüler liebten ihn

Stefan Harbauer, Schulleiter der Hans-Scholl-Realschule Weiden, skizzierte den Religionspädagogen Greil. "Er war die Seele des religiösen Lebens unserer Schule. Seine Schüler liebten ihn. Sein herzhaftes Lachen werden wir nicht vergessen."

Die Distelberger Sänger umrahmten das Requiem mit der Original Waldlermesse. Begleitet wurden sie von der "Waldler Stub'nmusik". Fahnenabordnungen des Viechtacher Trachtenvereins, der Kolpingsfamilien Neustadt und Waldthurn, der KAB Waldthurn und die "Bayerntreu"-Schützen Lennesrieth hatten am Altar Aufstellung genommen.

Ein langer Trauerzug zog zum Friedhof, wo der Verstorbene bei Dauerregen beigesetzt wurde. Heute ist um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Georg in Neustadt ein Gedenkgottesdienst für Greil, bereits um 18.30 Uhr beginnt der Sterberosenkranz.
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