Vier-Gänge-Menü und außergewöhnliche Biere sorgen für überraschende Geschmacksexplosionen
Gerstensaft vermählt sich mit der Speise

Kirchendemenreuth. (kw) Heimische Produkte in flüssiger und fester Form genossen die Besucher der Bierverkostung mit einem Vier-Gänge-Menü in der Hofkäserei Lang. Es war ein besonderer Genuss, fast schon eine Geschmackexplosion, wenn die vielfältigen Geruchs- und Geschmacksstoffe aufeinandertrafen.

Besondere Gläser

Beim Eintreffen im gemütlichen Lokal gab es Perlweizen mit Aperol. Die Besucher staunten über die unglaublich aufwendig eingedeckten Tische. Die Firma Nachtmann hat für die Biersorten eigene Gläser entwickelt. Firmen-Repräsentant Christian Kraus arbeitete die Vorzüge der Trinkgefäße präzise heraus. "Die Biere verlangen einfach unterschiedliche Gläser, um ihr Aroma und ihren Geschmack voll entfalten zu können", sagte er. Deswegen seien die Glasformen auf die Getränkesorten abgestimmt.

Als erste Probiermarken hatten Sommelière Lisa Luginger und Vorkoster Uwe Ibl das "Gambrinus"-Pils aus Weiden und das Vollbier der Eslarner Brauerei Bauriedl auserkoren. Das Weidener Getränk sei feinherb und schlank, der Eslarner Gerstensaft süffig, feinwürzig und weich mit abgerundeter Bittere. Firmenchef Josef Bauriedl von der Eslarner Traditionsbrauerei ergänzte, dass sein Produkt frühestens nach achtwöchiger Lagerung aus dem Keller komme. Küchenchefin Renate Lang tischte bereits zum ersten Gang gehörig auf: Frühlingssalat mit Granatapfel und hopfenbestaubtem Weichkäse aus der hauseigenen Molkerei, ferner Himbeerdressing und Pilsner Malz-Sirup.
Das früher in der Oberpfalz weit verbreitete Braunbier revitalisierte Harald Schaller aus Floß, der auch die Radstation betreibt. Daneben stand der helle und malzbetonte vollmundige Scheuerer-Bock aus Moosbach auf dem Tisch.

"Das läuft"

Die Genussmenschen Norbert Neugirg von der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" und Reinhard Fütterer vom Schafferhof bezeichneten übereinstimmend das Flosser Getränk als "vollmundig und gut angekommen", den Moosbacher Gerstensaft als "malzbetont mit dezenter Hopfennote". "Das läuft sofort."

Der zweite Gang war Wildschweinschnitzel in Mandel-Röstmalz-Kruste, dazu mediterrane Bohnen und Herzogin-Kartoffeln. Genuss-Spezialistin Luginger riet, das Essen im Mund mit etwas Bier zu ergänzen und dann erst hinunterzuschlucken. Dies ergäbe eine besondere Geschmacksnote. Das Bier "vermähle" sich mit der Speise und verschmelze so richtig.

Im Steinkrug und mit Zitrone wird in Vohenstrauß das bekannte Behringer-Weizen serviert. In Oed schlug Luginger vor, das traditionelle Getränk aus der ehemaligen Kreisstadt aus dem Glas in Tulpenform zu trinken. Die Aromen kämen von der Hefe, informierte sie. Daneben stand die Whiskey-Weiße der Brauerei Michael Hösl aus Mitterteich. Bei der Herstellung wird auf eine Spezialmischung aus Whiskey- und Weizenmalz zurückgegriffen. Zum Dessert reichte Lang Zitronen-Nockerln mit Malzhonig und Löffelspiegel garniert sowie ein Schokoladenschaum-Duett. Die von der Küchenchefin kredenzte Nachspeise kam bei den Amateur-Verkostern sehr gut an.
Ein besonderes Schmankerl hatte der Altenstädter Gerhard Eismann eingebraut: das "Double Imperial Pale Ale", ein obergäriges Bier. Dies wurde erstmals im 19. Jahrhundert in England mit mehr Hopfen und größerem Alkoholgehalt hergestellt, um es für die lange Seereise zur damaligen Kronkolonie Indien haltbar zu machen. Die Zutaten mischte der gebürtige Neustädter aus böhmischem Tennenmalz und bayerischem Braumalz. "Dies ergibt dann die besondere Würze", klärte der begeisterte Brauer auf.

Doppelbock aus Franken

Den Weiherer Frankenbock hatte Jörg Hoffmann mitgebracht. Dabei handelte es sich um einen naturtrüben Doppelbock aus rauchigen Holzfässern. Ein untergäriges Pils mit feinherber Hopfenbittere sowie mit schöner Blume lieferte die Brauerei Püttner aus Schlammersdorf.

Käse schließt bekanntlich den Magen - und so gab es zum lukullischen Abschluss pfeffrige Käseplatten. Die anwesenden Brauereichefs und Zoiglwirte waren genauso begeistert von diesem außergewöhnlichen Abend wie Landrat Wittmann und seine Gattin Elisabeth.
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