22.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Vier Tage mit 20 Paaren gefeiert - Beim Schnoderhüpfl-Singen Dorf und Nachbarn derbleckt Die Kirwa is in Bouch dahoam

Dass die Kirchweih in Mendorferbuch einen hohen Stellenwert besitzt, ist vor allem der Bodenständigkeit der jungen Leute im Dorf zu verdanken: Die haben sich immer wieder für diese Tradition stark gemacht - auch in vergangenen Jahrzehnten, als es in der Region oft gar nicht so gut um solche Feste bestellt war.

Julia Hollweck und Simon Braun sind das neue Mendorferbucher Oberkirchweihpaar.
von Paul BöhmProfil

Die Bouchdner sind also zu Recht stolz darauf, im Landkreis in Sachen Dorfkirchweih immer ganz vorn dabei gewesen zu sein. Natürlich feierten sie auch in diesem Jahr wieder, und zwar vier Tage lang. Am Kirchweihsonntag wurden beim Baumaustanzen Julia Hollweck und Simon Braun zum neuen Oberkirchweihpaar ausgerufen. Sie übernehmen dieses Amt von Tanja Metschl und Stefan Jäger. Dass die Bouchdner Kirwa auch heuer wieder rekordverdächtig war, war nicht nur dem regenfreien Wetter, sondern auch der Tatsache zuzuschreiben, dass 20 Paare vom Oberen zum Unteren Wirt mit der Bouchdner Kirwa Muse zum Baumaustanzen einzogen. Mehrere Hundert Zuschauer drängten sich dabei um sie. Rituale waren auch heuer wieder das Einholen des Fest-Wahrzeichens, die Wacht, das Schnitzen und das Aufstellen des Baums im Hof vom Wirts-Schore.

Eng war's im Wirtshof

Zur Kirchweih gehört natürlich auch der sonntägliche Gottesdienstbesuch, auch wenn es dem einen oder anderen vermutlich etwas schwer gefallen ist. Dass dies alles funktioniert, ist letztlich auch dem Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft zu verdanken. Doch dieses Fest ist nicht nur für sie ein Magnet, sondern auch für viele Gäste und benachbarte Kirwaleit, die gerne mitfeiern. Richtig eng war es deshalb im Wirtshof, als die Bouchdner Kirwa Muse das Austanzen eröffnete. Zu den gezeigten Brauchtumstänzen gehörten der Etzelwanger, ein scharfer Boarischer, die Zigeunerpolka, der Austanzwalzer und ein rescher Dreher für das neue Oberkirchweihpaar. Tradition ist es aber auch, dass sich hoch droben im Jura das Mühlradl dreht.

Mit den Musikgruppen "Wickie", den "Leberdamischen", einem Wöidarawöll-Gastspiel und den Quertreibern war an allen Tagen Party geboten. Den Baum steigerte am späten Montagabend Franz Braun. Damit bleibt das gute Stück im Dorf: Obwohl andere kräftig mitgeboten hatten, fiel der Zuschlag auf den Vater des neuen Oberkirchweihburschen.

Besonders neugierig machte auch heuer wieder das Schnoderhüpfl-Singen, bei dem immer viel Dorflerisches breitgetreten und auch manchen Nachbarn in die Kirchweihsuppe gespuckt wird. Da wurde die Kommunalwahl noch einmal abgehalten, man ließ die Bienen schwärmen und der liegengebliebene Rechen schlug nach einem Fehltritt erneut mitten ins Gesicht. Das Zeltlager der Mini-Mäuse wurde wegen der süßen Rache unterm Kirwabaum abgehalten und die Hohenburger Kirwamädels mit Textmarkern verziert. Ein neuer Spielplatz und ein neues Kirwabaumloch wurden angemahnt. Man ließ die Hohenburger Fledermäuse flattern und beschrieb den tieferen Sinn der Adertshausener Laterne. Dem Mini-Maus-Trainer wurde das Essen weggesperrt und die besondere Kunst des Schlafens im Stehen beschrieben. Der neue Sechszylinder wurde angeworfen und die mangelnden Aktivitäten der "Pink Panthers" auf dem Kirwatablett serviert.

Hohenburger ausgesungen

Dass natürlich auch die schnoderhüpflmäßige Abreibung mit den Hohenburgern wieder sehr gefragt war, ist ja schon seit Jahren das Kirwasalz in der Suppe. Diesmal wurde der Hohenburger Führerschein internationalisiert und das "Maulaffen Feilhalten" näher beschrieben. Letztlich war es eine feine Sache, die mit einem gemeinsamen Besuch in der Bar einen schönen Ausklang fand.

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