14.09.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Vohenstrauß: Spezialpflege für apallisch Kranke öffnet am 1. November - Belegärzte für Chirurgie Eine Lösung für das Krankenhaus

Das Krankenhaus Vohenstrauß steckt mitten in der Umbauphase. Nicht nur äußerlich, auch konzeptionell. Wie Landrat Simon Wittmann bestätigt, hat die Gemeinnützige Gesellschaft "SanitaCura" das erste Stockwerk des Hauses gemietet, um dort am 1. November eine vollstationäre Langzeit-Pflege-Einrichtung für apallisch Kranke anzubieten.

von Christine Walbert Kontakt Profil

Die Spezialeinrichtung "SanitaCura - Fachbereich Phase F" gründeten 2004 der Waidhauser Allgemeinmediziner Werner Duschner und der Pflegeheimleiter Wolfgang Straßburger aus Schwarzenfeld.

Der Landrat ist nach der Vertragsunterzeichnung erleichtert, damit für das Vohenstraußer Krankenhaus eine Lösung gefunden zu haben: "Wir haben lange gekämpft und jetzt die Voraussetzungen geschaffen, dass es weitergeht."

34 Betten

Aufatmen können auch die Pflegekräfte, die laut Wittmann ihre Arbeitsplätze behalten werden. Nur etwa "eine Hand voll Leute" werde vermutlich nach Neustadt/WN oder Weiden versetzt werden müssen. Wie "SanitaCura"-Geschäftsführer Straßburger erklärt, benötige er für seinen 34 Betten umfassenden Fachbereich 22,5 Ganztagskräfte, die auch in Teilzeitstellen aufgeteilt werden können. Bei den Therapeuten rechne er mit 3,5 Planstellen.

In den kommenden zwei Jahren wird Projektleiterin Martina Dennerlein, Leiterin der deutschen Snoezelen Lehr- und Ausbildungsinstitute, beim Aufbau der neuen Einrichtung in Vohenstrauß helfen. Sie umschreibt das Therapiefeld folgendermaßen: "SanitaCura bietet Menschen mit Hirnschädigungen und damit verbundenen mehrfachen Folgebeeinträchtigungen, auch Beatmungspatienten, eine qualifizierte und kombinierte Form der Pflege und Therapie".

Das Snoezelen-Therapiekonzept Dennerlein, für das Straßburger in seinem Senioren- und Pflegeheim "Am Miesberg" in Schwarzenfeld den Bundespreis "Quality Award 2005" erhalten hat, setzt auf farb- und milieutherapeutische Wohnpflegebereiche. Im Mittelpunkt steht eine ganzheitlich orientierte Sinnesförderung.

Den Umbau (unter anderem erhält jedes Zimmer eine Nasszelle) mit einem Kostenaufwand von rund 500 000 Euro übernimmt "SanitaCura". Der Geschäftsführer betont, dass es sich um keine neue Krankenhausabteilung handle, die Räume werden lediglich gemietet.

Die vollstationäre Langzeiteinrichtung werde aber sowohl im ärztlichen als auch im pflegerischen Bereich mit den Abteilungen des Krankenhauses zusammen arbeiten: "Das Haus erhält wieder vollen Nutzungscharakter". Durch die Spezialisierung sei eine Gesamtversorgung sichergestellt.

Straßburger macht deutlich, dass der neue Fachbereich auf keinen Fall eine Konkurrenz zum Caritas-Altenheim darstellt: "Diese Personengruppe nehmen wir nicht an." Die Schädel-Hirn-Verletzten werden über Krankenschein von ihrem Hausarzt oder dem Waidhauser Allgemeinmediziner Werner Duschner versorgt. Geplant sei außerdem eine medizinische Kooperation mit den Fachärzten der Hohe Warte in Bayreuth und dem Klinikum in Weiden.

Veränderungen meldet Landrat Wittmann auch bezüglich der chirurgischen Abteilung. Chefarzt Dr. Rainer Apfelbacher habe beantragt, seinen Vertrag zum 1. August aufzulösen. Der Vohenstraußer Mediziner Dr. Heinrich Gref bestätigte am Dienstag, dass er durchaus Interesse habe, noch in diesem Jahr als Arzt ins Krankenhaus zurückzukehren.

Weichen stellen

Von 1980 bis 1985 war er dort als Oberarzt beschäftigt, diesmal würde er als Belegarzt praktizieren. "An mir soll es nicht scheitern", meint der 60-Jährige. Allerdings werde er diese Aufgabe nicht alleine übernehmen. Ein jüngerer Kollege soll ihn dabei unterstützen. Mit seiner Entscheidung wird der betreffende Chirurg demnächst die Weichen für die Vohenstraußer Abteilung stellen.

Neue Wege beschreitet das Krankenhaus auch hinsichtlich der Küche. Wittmann: "Es gibt Überlegungen, versuchsweise in Weiden kochen zu lassen. Die Einheit in Vohenstrauß ist einfach zu klein." Die Küchenkräfte müssen jedoch nicht um ihren Arbeitsplatz bangen. Wie der Landrat mitteilt, werden allesamt in der Weidener Küche untergebracht.

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