Volles Haus beim Benefizkonzert für die Hilfsaktion "Lichtblicke" im Alten Schloss - ...
Spanische Gitarre und launige Forelle

Neustadt/WN. (sei) Einige Musikfreunde, die sich auf die Abendkasse verlassen hatten, hatten Pech: Sie mussten am Sonntagabend ohne den erhofften Musikgenuss nach Hause gehen. Das Benefizkonzert für die NT-Hilfsaktion "Lichtblicke" im Alten Schloss mit spanischer Gitarre und Gesang von Gitarrenmeisterin Melanie Häckel und ihren Mitstreitern war restlos ausverkauft.

Obwohl der erste Teil mit spanischen Volksliedern etwas ruhiger war, klang doch die spanische Seele durch. Gesammelt hatte die Lieder Federico Garcia Lorca, arrangiert Konzertgitarrist Rafael Catalá. Die Leidenschaft für die Jagd klang aus "Anda, jaleo" ("Auf zur Hatz") durch. Zärtlich intonierte Häckel ein spanisches Wiegenlied.

Bei "Los pelegrinitos" wurde die Geschichte eines Pilgerpärchens erzählt, das nach Rom wandert, um vom Papst getraut zu werden. Die Mantelerin erfreute noch mit der "Romanze von Don Boyso "Los cuatro muleros" ("Die vier Maultiertreiber"). Hier sorgte Jürgen Rohr, der einige der Stücke mit Cajon und Tamburin begleitete, für den richtigen Galopp. "Las tres hojas" erzählte vom "kranken Schatz". Ein absolutes Kontrastprogramm bot die Gruppe "Quartabile" mit Manuela Spitzkopf aus Rothenstadt, Melanie Häckel, Alexander Meiler und Roland Assion. Das Gesangsquartett, das in dieser Besetzung noch nicht mal ein ganzes Jahr zusammen singt, bot eine Spielerei mit der "Launigen Forelle" von Franz Schubert, die sich in eine kleine Nachtforelle nach Mozart, dann in den Freifisch von Carl-Maria von Weber verwandelte und zum Schluss mit Franz Liszt gefangen wurde.

Spaziergang durch Granada

Vor allem Manuela Spitzkopf, die in Würzburg schon Opernrollen sang und beim Mozartfest als Solistin auftrat, begeisterte das überraschte Publikum. Seine Vielseitigkeit bewies das Ensemble noch mit "An Irish Blessing" aus Irland und dem Black Spiritual "Ev'ry time I feel the Spirit".

Bei Häckels Gitarrensolo "Recuerdos de la Alhambra" von Francisco Tárrega erklang dann, was sich auch der absolute Laie unter spanischer Saitenmusik vorstellt. Die Gitarrenmeisterin nahm die Zuhörer mit auf einen Spaziergang durch die berühmte Festung in Granada. Eine spanische Landschaft wurde mit "Asturias" von Isaac Albéniz vorgestellt. Der letzte Konzertteil bestand dann wieder aus spanischen Volksliedern. Es ging um ein Maurenmädchen und die Burschen von Monléon, wo ein Stierkämpfer zu Tode kommt.

Bei dem Volkstanz "Zorongo" und "Sevillanas del siglo XVIII" konnte man sich mit ein wenig Phantasie eine Flamenco-Tänzerin vorstellen, obwohl die Lieder noch keine originalen Flamencos waren. Im "Café de Chinitas" führten ein Gauner und ein Torrero ein Streitgespräch. Den Abschluss des wunderbaren Abends bildete "La tarara" ("Das Mädchen mit dem grünen Kleid").

Beifall die Gage

Die Gitarrenvirtuosin, die auch mit Gestik und Mimik die Lieder durchlebte und bei tragischen Geschichten auch durchlitt und mit ihrer Stimme bezauberte, musste natürlich Zugaben geben: "El Vito" und "Hijo de la luna".

Lange anhaltender Beifall der weit über 100 Gäste belohnten Melanie Häckel, Jürgen Rohr und "Quartabile" für einen absoluten und teilweise außergewöhnlichen Musikgenuss. "Der Beifall ist Ihre Gage", dankte "Lichtblicke"-Schirmherrin Elisabeth Wittmann den Künstlern, die sich unentgeltlich in den Dienst der guten Sache gestellt haben. "Ihnen steht Großes bevor, und sie werden Ihren Weg gehen", prophezeite die Landratsgattin der Manteler Gitarristin. "Der Abend war für uns Urlaub. Feurige spanische Gitarrenmusik und Gesang, und all das von einer zierlichen, blonden Oberpfälzerin."
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