Vor 100 Jahren startete Erzabbau der "Luxemburger"- Gemeinden gestalten Festabend in Theuern
Bis heute Spuren hinterlassen

Das Jahr 1913 ist ein Jahr, das nie groß erwähnt wurde, stand es doch immer im Schatten des verheerenden Jahres 1914. In der Region war das anders, hat doch das Jahr 1913 einen Anfang eingeleitet, der bis in die 40er Jahre Bestand hatte. Und dann ganz profan wegen Wassereinbruchs beendet werden musste. 1913 begann die "Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten AG" mit dem Abbau von Brauneisenerz im Dreieck Haidweiher-Penkhof und Ebermannsdorf.

Das Unternehmen hat hart arbeitende Menschen geprägt und bis heute Spuren hinterlassen. Bis in die Gegenwart ist der Begriff "Luxemburger" für das Abbaugebiet gang und gäbe, gibt es in der Gemeinde Kümmersbruck die Luxemburgstraße.

100 Jahre Bergbau im hiesigen Landstrich, das war für drei Vilstal-Gemeinden die Triebfeder, beim 100-Jährigen gemeinsame Sache zu machen, eine zum 6. Mal im Kulturschloß und Industriemuseum in Theuern stattfindende Veranstaltung zu kreieren: "Vilskultur". Unübersehbar am Eingang drapiert, die Fahne der Luxemburger als markanter Hinweis auf den Grund der Veranstaltung mit dem Wahlspruch: "Es grünt die Tanne, es wächst das Erz, Gott schenke uns allen ein fröhliches Herz".

"Der Steiger kommt"

Bei der Geburtstagsfeier mit dabei und begrüßt von Museumsleiter Michael Ritz: die Bürgermeister Richard Gaßner, Markus Dollacker und Josef Gilch, von den organisierenden Gemeinden die Kulturbeauftragten Volker Weymayr (Kunst, Kultur, Kümmersbruck), Orts-Heimatpflegerin Christine Schormüller (Ebermannsdorf), die auch durchs Programm führte, und aus Ensdorf Heimatpflegerin Isabel Lautenschlager. Und vor allem: viele Mitwirkende.

Die Hymne des Bergmanns, die darf natürlich bei so einer Feier im "Tempel des Bergbaus" nicht fehlen: "Glückauf, Glückauf, der Steiger kommt, und er hat sein helles Licht bei der Nacht" intonierte zu Beginn gekonnt das Jugendorchester der Knappschaftskapelle Amberg unter Leitung von Katharina Sütterlin. Ihr breites Spektrum zeigte der voluminöse Musikkörper auch mit einem Medley (Abba) oder Max Leemanns "Rimballzello". Viel Applaus erhielt Katharina Donhauser mit dem bekannten Xylofon-Solo aus "Zirkus Renz".
Christa Schormüller und Volker Weymayr führten dann per virtuellem Spaziergang durch den 7,5 Kilometer langen Wanderweg "Lux", eingeweiht am 1. Mai 2009. Eine dreiviertel Stunde lang gab es Spannendes und Interessantes über den Weg vom Haidweiher bis Ebermannsdorf zu hören und zu sehen, das garantiert die Wenigsten im voll besetzten Saal gewusst haben.

2009 hat Manfred Klemm den "Luxemburger" ins Gedächtnis zurückgerufen, zusammen mit Georg Windhager als Zeitzeugen, der 2010 verstarb, und mit Kümmersbruckern ein Team gebildet, um den Wanderweg zu ebnen. Dieser führt zu den verfallenen, verwachsenen Überbleibseln, die immer noch ihren Zweck und Ursprung erkennen lassen. Schormüller und Weymayr erläuterten die am Weg stehenden Schautafeln, die über Begriffe wie Pingenfelder und den Abbau des Eisenerzes informieren.

Bayerische Geschichten

Nun gab es 1913 auch Lieder und Musik, "Es war im Schöneberg, im Monat Mai" zum Beispiel, oder das Volkslied "Ich geh' mit meiner Laterne". Es existierten aber auch solche aus jener Ära, die Ludmila Portnova am Klavier und ihr Ehemann Vadim Vasilkov am Schlagzeug dem Publikum zu bieten hatten.
Bayerische Geschichten oder aus der romantischen Operette Zigeunerliebe, den ungarischen Czardas von Franz Lehar, oder natürlich aus dem "Maiblümchen" von Hermann Wenzel. Das passte dann so richtig auch zum Maianfang, an dem die Besucher an einem langen Abend viel Wissenswertes und unterhaltsam verpacktes Geschichtliches erleben konnten. Schließlich hat der Historische Verein Ebermannsdorf auch noch dafür gesorgt, dass neben Geist auch der Appetit nicht zu kurz kam.
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