05.06.2008 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Vortrag von Dr. Schießl beim Dialektologischen Symposium - Meinungsaustausch angestrebt Medien für Dialekt sensibilisieren

"Zwischen Lauttreue und Stilblüte - Dialektverschriftung in lokalen Tageszeitungen (am Beispiel von "Der neue Tag")" lautete der Titel des Vortrags, den der Leiter des Oberviechtacher Dialektforums, Dr. Ludwig Schießl, beim 3. Dialektologischen Symposium im Bayerischen Wald hielt. Als Oberthema war diesmal "Dialekt und Medien" ausgewählt worden.

von Autor SLUProfil

Hatten die ersten beiden Tagungen 2002 und 2005 noch in Kirchdorf im Wald stattgefunden, war diesmal Walderbach am Regen (in der Nähe von Nittenau) der Schauplatz.

Verschiedene Methoden

Ausgehend von der allgemeinen Problematik der verschiedenen Methoden der Dialektverschriftung, die er in phonetische, phonologische, literarische und orthographische unterteilte, beleuchtete Dr. Schießl anhand von 13 Überschriften die im "Neuen Tag" praktizierte Vorgehensweise. Die verwendeten Beiträge befassen sich zum Großteil mit dem 1996 initiierten Oberviechtacher Dialektprojekt. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt, den gesamten mundartlichen Wortschatz des Oberviechtacher Raumes zu erfassen und in einem "Oberviechtacher Wörterbuch", das einen Neuansatz in der Dialektlexikographie darstellt, zu veröffentlichen. Seine Zielsetzung fasste der Referent in einem Dreiklang zusammen: Bestandsaufnahme, Bewusstmachung, Vorschläge.

Sensibel machen

Schießl betonte nachdrücklich, dass es ihm nicht darum gehe, den mahnenden Zeigefinger zu heben, sondern dass er vielmehr auf die angesprochene Thematik aufmerksam machen und die Berichterstatter und Redakteure von lokalen Tageszeitungen hinsichtlich eines reflexiven Umgangs mit dem Dialekt noch stärker sensibilisieren wolle.
In diesem Zusammenhang hob er die seit Jahren gepflegte äußerst positive Zusammenarbeit zwischen dem "Neuen Tag" und dem Oberviechtacher Dialektforum hervor. Als wesentliches Ergebnis brachte die Untersuchung Folgendes zu Tage: Bezüglich des grundsätzlichen Prozederes lassen sich zwei Hauptkategorien mit jeweils zwei Untertypen feststellen.

Nämlich (erstens) ausschließlich Dialekt-Verschriftung, mit und ohne Anführungszeichen, sowie (zweitens) eine Mischform aus Dialekt und Hochsprache, und zwar einerseits eine formal unterschiedslose Darstellung und andererseits die Kennzeichnung der Dialektwörter durch Anführungszeichen. Die anschließende Detailanalyse unter den Aspekten "Systematik" und "Konsequenz" umfasste die Besprechung und Kategorisierung der unterschiedlichen Schreibvarianten.

Als konkrete Maßnahmen bezüglich eines Meinungsaustausches von Dialektologie und Presse schlug Dr. Schießl die Versendung eines Rundbriefs, die Abhaltung von Seminaren, und die Einladung zu Symposien vor.

Des Weiteren empfahl er die eingehende Beschäftigung mit dem Gegenstand in Form von wissenschaftlichen Arbeiten, wobei der enge Kontakt mit den jeweiligen Presseleuten gesucht werden solle.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.