18.12.2003 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Wärmespender in vielen älteren Wohnungen - Ohne Wartung brandgefährlich: Ölofen als explosiver Brandherd

von Redaktion OnetzProfil

Weiden. (rg) Der Ölofen als "tickende Zeitbombe"? Eher als rumpelnde. Vor zwei Wochen rückte die Feuerwehr zu einer Weidener Wohnung aus, in der ein Ofen gefährlich vibrierte. Die Retter kamen rechtzeitig, die Entschärfung war reine Routine. "Eine klassische Überhitzung", wie Stadtbrandrat Richard Schieder erklärt. "Der Verbrennungsvorgang war gestört, der Ofen wurde immer heißer. Wir führten vorsichtig Luft zu." Das war's.

Zwei bis drei Einsätze pro Winter führen die Wehr zu defekten Ölöfen. "Meist kleinere Geschichten", sagt Schieder. Leider nicht immer.

Donnerstag, 11. Dezember: Das Haus der Familie Klier brennt völlig ab. Die 21-jährige Ramona erliegt später ihren schweren Verletzungen (wir berichteten). In ihrem Zimmer war das Feuer ausgebrochen - nach den bisherigen Ermittlungen "im Bereich des Ölofens", der offenbar explodiert ist.

Wie gefährlich sind die Wärmespender, die sich hauptsächlich in vielen älteren Häusern finden? "Nicht gefährlicher als andere", betont der Stadtbrandrat, schränkt aber ein: "bei sachgerechter Bedienung und regelmäßiger Wartung". Vor allem an letzterem mangle es schon mal.

So kann zum Beispiel Öl austreten, das sich dann am heißen Eisen entzündet. Oder der Mengenregler ist aus dem Tritt. "In diesem Fall wird unkontrolliert Öl in den Ofen gepumpt, der immer heißer wird.

Vibrationen

Wenn Sauerstoff fehlt, fängt der Ofen an zu vibrieren. Unter keinen Umständen darf nun Sauerstoff in großen Mengen zugeführt werden. Sonst gibt es eine Explosion." Eine weitere Fehlerquelle: Vor der ersten Inbetriebnahme im Winter leitet der Besitzer zu viel Öl in den Ofen. Die Folge kann eine Verpuffung sein.

Schieder empfiehlt, Ölöfen ein Mal jährlich von einem Fachmann untersuchen und warten zu lassen. "Probleme stellen wir immer an Öfen fest, an denen schon jahrelang nichts mehr gemacht wurde."

Keine Kontrollpflicht

Eine Kontrollpflicht wie bei Gasöfen gibt es nicht. "Ob das der richtige Weg wäre, bleibt dahingestellt", meint Bezirkskaminkehrermeister Hubert Erl, Vorstandsmitglied der Innung. Früher, als in der Stadt noch nicht das Prinzip "Sperrmüllabfuhr nach Anmeldung" galt, sei die Gefahr wesentlich größer gewesen: "Da hat der eine seinen kaputten Ölofen auf die Straße gestellt, und der nächste hat ihn in seine Wohnung verfrachtet und angeschürt."

Was den verheerenden Brand in Neubau letztlich ausgelöst hat - da tappt Schieder im Dunkeln. "Der Familienvater ist ja selbst Heizungsbauer. Man kann davon ausgehen, dass er den Ofen in Ordnung gehalten hat." Tragisch, dass die Tage des Katastrophenherds eigentlich längst gezählt waren. In dieser Woche sollte der alte Ofen auf der Müllhalde landen: Noch vor den Weihnachtsfeiertagen wollte Ronald Klier eine neue Zentralheizung in Betrieb nehmen.

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