Wellucker Gmoi-Kirwa lebt von kuriosen Wettbewerben - Blick in die Historie
Gaudi kommt hier nie zu kurz

Beim Wettmelken im Jahr 1989 wiesen die Landwirte die städtische Konkurrenz klar in die Schranken. Bild: Buchfelder

Die Gmoi-Kirwa gibt es bereits seit 31 Jahren. Sie dient nicht nur der Erhaltung der Dorfgemeinschaft, sondern wurde auch ein Anziehungspunkt für viele Bürger aus der näheren und weiteren Umgebung. Die Initiatoren von der Feuerwehr Nitzlbuch, vom Schützenverein "Unter uns", Sportverein Rot-Weiß Welluck, von der Katholischen Landjugend und vom Frauenkreis sind dabei tagelang ausgelastet, damit es immer wieder eine lustige Kirwa-Gaudi wird.

Der folgende Bericht soll eine Rückerinnerung sein an die verschiedenen Gmoi-Kirwan. Mit immer neuen attraktiven Einfällen nahm die Zahl der Besucher jährlich zu. Eigenständige Bräuche, die ganz aus dem üblichen Rahmen fallen, zeichnen die Gmoi-Kirwa aus.

So stellte 1985 Gerhard Waldmann einen Lanz-Bulldog aus dem Jahre 1939 zur Schau. Lange musste der Schmied auf die Suche gehen, um ein solches Nostalgiegefährt aufzutreiben. Als der Preis ausgehandelt war, ging die Fahrt ab von Niederbayern in die Oberpfalz. Bei diesem alten Traktor handelte es sich um einen Einzylinderschlepper mit Zweitakt-Dieselmotor mit 35-PS-Leistung.

"Peppi" voraus

Ein Bätz mit dem Namen "Peppi" führte den Kirwazug an. Den Festgottesdienst hielt Kaplan Hermann Dauer wegen des schlechten Wetters in der Maschinenhalle der Familie Trenz. Mit der "Heidi von der Alm" wurde 1989 das Rinderrennen bei der Gmoi-Kirwa gestartet. Die Zuschauer amüsierten sich über die Reitkünste der Nitzlbucher und Wellucker Jugend. Die Sieger waren Gerhard Lindner, Uwe Rechner und Willi Albersdörfer.

Mit einem "Römischen Streitwagen" schoss der junge Christian aus Welluck ins Ziel. Unter dem Wahrzeichen der Kirwa stand auch das Wettmelken mit 14 Paaren, unter ihnen auch Bürgermeister Hanni Haberberger und die Strelln-Bäuerin als Festwirtin. Hier setzten sich die Landwirte gegen die städtische Konkurrenz deutlich durch. Sogar einen Gmoi-Kirwa-Express gab es 1990 zwischen Auerbach und Welluck, der die zahlreichen Gäste hin und her kutschierte. Beim Maßkrugstemmen wurde die 17-Jährige Martina Kugler, die damals eine Werkzeugmechanikerlehre absolvierte, Siegerin. Sie beherrschte ihren Bruder Christian, der als angehender Landwirt mit seiner Muskelkraft hinter seiner Schwester stand.

Zur Gmoi-Kirwa 1991 kam auch eine Abordnung der Feuerwehr Marienstern aus dem Ort Pauschwitz-Kuckan mit 48 Personen nach Welluck. Auch viele andere Zuschauer ließen sich das Spektakel an diesem Tag nicht entgehen. Sie wetteiferten beim Schubkarrenrennen, Wettsägen, Sommerskilauf und Seilziehen. Immer wieder erfreute die Landjugend mit ihren Liedern und Tänzen. Also braucht man sich keine Sorgen ums alte Brauchtums machen.

Turbulentes Fest

Bei der zehnten Gmoi-Kirwa 1993 trübte das Wetter den Kirwaspaß, was aber das Vergnügen nicht schmälern konnte. Die Organisatoren verstanden es wieder, ein Volksfest mit einer Portion Turbulenz zu bieten. Beim Gummistiefel- und Schubkarrenrennen, beim Holzschleppen- und Strohballenrennen ging es um die Schnelligkeit.

Das Seilziehen allerdings verlangte starke Männer, so richtig geschaffen für die Nitzlbucher und Wellucker Nachwuchslandwirte. Gewinner des Fünfkampfes waren die Feuerwehr, gefolgt von der KLJB, SV Rot-Weiß Welluck und Schützenverein.
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