30.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Weltrekord, deutsche Rekorde, zwei Gold- und eine Bronzemedaille für Daniel Scheil Bester deutscher Athlet

von Arnold KochProfil

Bei den internationalen deutschen Meisterschaften der Leichtathleten mit Behinderung im Juni zahlte sich für Scheil das umfangreiche Training aus. Der 41-Jährige stellte drei deutsche Rekorde auf und holte zwei Titel. Souverän siegte er im Speerwurf mit 24,89 Metern. Im Diskuswerfen sprangen 21,04 Meter heraus.

Die Regeländerungen des Weltverbands IPC, nach denen jeder Sitzend-Werfer während der Wurfbewegung mit dem Gesäß Kontakt zum Wurfstuhl halten muss, kamen dem Altensteinreuther entgegen. Bundestrainerin Marion Peters zeigte sich von Scheils Konstanz beeindruckt und nominierte ihn für die EM in Swansea/Wales. Dort gewann der Altensteinreuther im Diskus- und Speerwurf zwei Goldmedaillen und im Kugelstoßen die Bronzemedaille. Damit war er der erfolgreichste Athlet der deutschen Mannschaft.

Am ersten Tag der kontinentalen Titelkämpfe trat Scheil bei britisch-kühler Witterung im Diskuswurf an. Der jahresbeste Europäer und Lokalmatador Kieran Tscherniawski aus Großbritannien übernahm zunächst die Führung, blieb mit 24,28 Metern aber gut drei Meter unter seiner Bestleistung. Als letzter Werfer kam Scheil im vierten Versuch mit 24,19 Metern bis auf acht Zentimeter an ihn heran. Nun legte der 41-Jährige alles in seinen letzten Versuch. Der Diskus landete bei 25,30 Meter, was Gold mit neuem deutschen Rekord bedeutete. Die intensive Vorbereitung zahlte sich im Speerwurf aus. Der Altensteinreuther wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Nach 24,44 Metern im ersten Durchgang steigerte sich der Weltjahresbeste auf 25,66 Meter - knapp unter seine bisherige Bestweite. Erneut gelang Scheil im sechsten Versuch ein optimaler Wurf auf 26,75 Meter: Weltrekord. Eine Verbesserung um 35 Zentimeter.

Nach der zweiten Goldmedaille, war Scheil im Kugelstoßen die Aufmerksamkeit der Konkurrenz sicher. Ein Dreifach-Triumph war nicht zu erwarten, da das Kugelstoßen die Domäne zweier russischer Athleten ist. Scheil verbesserte seinen eigenen deutschen Rekord. 10,26 Metern im zweiten folgten 10,35 Meter im dritten Durchgang. Der fünfte Versuch landete bei 10,70 Metern, wurde jedoch als ungültig gewertet, da Scheil den Kontakt zur Sitzfläche verlor. Mit Wut legte er nach und steigerte sich auf 10,42 Meter. In der Endabrechnung siegte Evgenii Malykh aus Russland. Dahinter freute sich Scheil über die Bronzemedaille. Mit zwei Gold- und einer Bronzemedaille war Scheil erfolgreichster Athlet der deutschen EM-Mannschaft und trug maßgeblich zu Rang vier im Medaillenspiegel bei. Darüber hinaus bedeuten die Titelgewinne die Berufung in den A-Kader des Deutschen Behindertensportverbandes.

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