18.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Widmann-Niederlassung in Eschenbach steht vor dem Ende - Belegschaft und Kunden enttäuscht Mercedes tritt den Rückzug an

Böse Überraschung für Personal, Kunden und die Stadt Eschenbach: Das Autohaus Widmann schließt voraussichtlich zum Jahresende seine Niederlassung im Industriegebiet. Der Mercedes-Händler mit Hauptsitz in Aalen (Baden-Württemberg) hat das Ende der Mercedes-Ära in Eschenbach den Mitarbeitern bereits angekündigt.

Der Mercedes-Stern ist in Eschenbach am Sinken. Voraussichtlich zum Jahresende schließt die Benz-Niederlassung der Firma Widmann. Bild: do
von Robert DotzauerProfil

Die Stammkunden wurden noch nicht informiert. Auf Nachfrage des "Neuen Tags" begründete Bernd Widmann die Schließung mit betriebswirtschaftlichen Überlegungen. Einen konkreten Termin für das Ende gebe es allerdings noch nicht, korrigierte der Firmenchef die Aussagen des Personals.

Aus heiterem Himmel

Aus Mitarbeiterkreisen ist zu erfahren, dass die Entscheidung unumstößlich sei. Den Arbeitnehmern werden Arbeitsplätze in den weiter bestehenden Autohäusern in Weiden, Amberg, und Vohenstrauß sowie in der neuen Niederlassung in Wackersdorf angeboten. Dem Vernehmen nach wurden die Beschäftigten von der Mitteilung völlig überrascht.

Der Rückzug aus Eschenbach stößt auf Unverständnis, ja Entsetzen. Die Verkaufszahlen seien solide gewesen und die Werkstätte gut ausgelastet, hieß es aus dem Kreis der Belegschaft. Im Gegensatz zu den Aussagen der Mitarbeiter zur Schließung zum Jahresende steht die Behauptung der Geschäftsleitung, es werde noch an einem Zeitplan zur Betriebseinstellung gearbeitet. Als Hauptgrund der beabsichtigten Standortschließung nennt der renommierte Mercedes-Händler die Mindestanforderungen des Konzerns an seine Autohäuser. Diese fehlen in Eschenbach. Mercedes-Widmann möchte den Kunden ein Partner mit hohem Qualitätsniveau sein. Diese Voraussetzungen seien in Eschenbach mit Blick auf die Bausubstanz des Autohauses und die technischen Einrichtungen nicht mehr gegeben, erklärte Bernd Widmann. Gleiches gelte für die Sicherheitsstandards, die Eschenbach nicht erfüllen könne. Die hierfür notwendigen "hohen Investitionen in Gebäude und Ausstattung sind wirtschaftlich nicht vertretbar", bedauerte der Geschäftsführer.

Einst große Pläne

Vor zehn Jahren hatte Widmann die Lindner-Mercedes-Autohäuser in der nördlichen Oberpfalz übernommen. Angekündigt wurde eine neue Verkaufs- und Service-Offensive in einem "reizvollen Marktgebiet". "Wir haben nie auf die Ballungsgebiete geschielt, sondern fühlen uns in der Fläche wohl", hatte Geschäftsführer Bernd Widmann damals bei der Übernahme der Niederlassungen betont.

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