Wie ging es weiter nach der Wende?

Zu einer zarten Annäherung von Unterwellenborn und der NMH Sulzbach-Rosenberg kam es nach der Wende, allerdings ging es nur um Fragen einer eventuellen Zusammenarbeit. Das thüringische Werk konnte den Übergang von der Plan- in die Marktwirtschaft nicht bewältigen, ohne erheblich Federn zu lassen.

Die Belastungen aus den technisch veralteten Vorstufen Roheisen und Rohstahl, aus den kulturellen und sozialen Einrichtungen und Absatz- und Erlöseinbußen - der vor allem über den Osten laufende Formalstahlhandel war zusammengebrochen - erwiesen sich als zu hoch.

Nach langen Verhandlungen mit der Treuhandanstalt erhielt der Luxemburger Stahlkonzern ARBED den Zuschlag als Investor und errichtete ein Elektrostahlwerk mit Stranggussanlage zur Eigenversorgung der kombinierten Formstahlstraße. Die alte Maxhütte mit Hochöfen, Blasstahlwerk, Blockwalzwerk sowie allen Hilfs- und Nebenanlagen und Versorgungseinrichtungen wurde abgerissen.

Von einst 6400 Mitarbeitern verblieben bei der jetzigen Stahlwerk Thüringen GmbH nur noch rund 650 Vollzeitbeschäftigte. Auf dem durch Abriss frei gewordenen Gelände entstand ein Industriepark, dessen Betriebe etwa weitere 1500 Mitarbeiter beschäftigen.

Alles in allem eine Entwicklung, wie sie den Bewohnern unserer Region nicht fremd ist. Der vielleicht gravierendste Unterschied: in Unterwellenborn wird noch immer Stahl produziert, in Sulzbach-Rosenberg nicht mehr. (wy)
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