Wild-derbes Ein-Frau-Theater mit "Kellnerin Anni" alias Christina Baumer in der ...
Ausdrucksstark und gestenreich

"Ich hab' mir g'schworn, nie mehr mit einem verheirateten Mann. Das stellt man sich vorher schöner vor, als es nachher ist." Aber wie konnte die "Kellnerin Anni" auch ahnen, dass ihr Maxl ausgerechnet ihr Henna-Shampoo benutzt, als er wieder einmal bei ihr badet. Und dann zwangsläufig mit seinen spärlichen karottenroten Haaren zu seiner Frau nach Hause muss. Klar, dass die Beziehung damit zu Ende und Anni wieder einmal Single ist.

Die Einleitung zu dieser vergnüglichen, oft etwas derben Erzählung der "Kellnerin Anni" über ihre Männergeschichten sprach Christoph Rolf, OTV-Moderator und Präsident des Rotary-Clubs Weiden, der zu diesem Ein-Frau-Theater eingeladen hatte. Die vergnüglichen Stunden waren mit einem guten Zweck für Bedürftige in der Region verbunden worden. Das turbulente Wirtshausstück nach Herbert Rosendorfer für alle Fans der bayerischen Wirtshauskultur, in einer Textfassung von Sabine Schramm und Christina Baumer, beanspruchte denn auch die Lachmuskeln des Publikums im Schafferhof.
Den Auftakt machten die Musiker Simon Pawellek und Mario Pfister mit Akkordeon sowie Trompete. Die beiden Komponisten haben auch die Musikstücke dieser Aufführung geschrieben. Sie lockerten das Schauspiel mit Gesang und diversen Instrumenten auf.

Schlecht gelaunt betrat Anni (Christina Baumer) die Bühne. Ausgerechnet heute, wo der Randelsböck-Günther beerdigt wurde, hatte ihr tyrannischer Chef ihr eine Doppelschicht "neidruckt". Der "einzige Mann den ich wirklich geliebt hab." Zumindest wüsste sie das jetzt, wo er tot ist. Und in Gedanken erzählte sie ausdrucksstark und in tiefstem Oberpfälzisch von ihrem Leben, das es ihr nicht leicht machte.

Schlechte Autofahrerin

Freizügig breitete sie ihr Liebesleben mit verschiedenen Männern aus, die sie seit ihrer Scheidung von Giselher, der sie unterdrückt habe, kennengelernt hatte. Giselher, den nur Fußball interessierte und der sie nie Auto fahren ließ. Darum könne sie das auch entsprechend schlecht, hat schon mal Diesel getankt statt Benzin, weil die Tankstelle so voll und die kleine Zapfsäule daneben so schön leer war. "Frauen können nicht Auto fahren", intonierten die beiden Musikanten spöttisch, wogegen viele Zuschauerinnen protestierten.

In Rage geredet

Mit anzüglichem, gestenreichen Spiel erzählte Anni von ihrem Urban und dessen Mitgliedschaft bei den "Vorderfrauen", wo er sich scheinheilig eingeschlichen hatte. Wenn dieser Frauenclub einen Mann sehe, sei die Askese dahin. Dazu mischte sie einen Wurstsalat an, den sie mit beiden Händen bearbeitete und sich dabei in Rage redete. Überhaupt nahm Anni kein Blatt vor den Mund. Auch Themen wie Schafkopfen, Rauchverbot oder ihre missglückte Pilgerreise nach Rom brachte sie wild und deftig zu Gehör.

Als sie am Ende nochmals über das Leben vom Randelsböck-Günther erzählte, dem besten Schafkopfer der Gegend, der sich das Leben genommen hatte und heute beerdigt werde, wurde es kurz nachdenklich und still in der Tenne. Doch mit einem herzhaften "äitzt schauts halt niat aso" holte Baumer das Publikum zurück in ein lustiges Finale. Begeisterter Beifall belohnte die drei Akteure für ihre Leistungen.

Am 4. Oktober um 20 Uhr gastiert "Kellnerin Anni" beim Schwoazhansl-Zoigl in Falkenberg.
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