Wirtschaftsschule Eschenbach führt erstmalig in Oberpfalz Qualitätsmanagement ein
Eine Vision mit Leben erfüllen

Aus der Wirtschaftsschule soll eine "Qmbs" werden - und das zielgerichtet, transparent, reflektiert und nachhaltig. Eschenbach ist damit die erste Wirtschaftsschule in der Oberpfalz, die ein Qualitätsmanagement für berufsbildende Schulen (QmbS) zur Förderung der Unterrichtsqualität einführt. Den Anstoß dazu hat vor sechs Monaten der inzwischen aus dem Amt geschiedene Schulleiter Walter Schnoy gegeben.

QmbS diene der Verbesserung des Unterrichts und der Erleichterung von bürokratischen Arbeitsabläufen, erläuterte dessen Nachfolger Thomas Reitmeier. Das Ergebnis des in der Schweiz erfolgreich praktizierten Modells sei mehr Zeit für den Unterricht.

Zu einem Zwischenbericht und einem Erfahrungsaustausch hatte die Bildungseinrichtung nun in die Aula eingeladen. Referenten waren als Experten Tobias Krafczyk vom Berufsschulzentrum Amberg und Eduard Bauer von der Wirtschaftsschule Weiden.

An der Informations- und Gesprächsrunde nahmen außerdem teil: stellvertretender Landrat Andreas Meier, Regierungsschuldirektor Christian Alt, der Leiter des Gymnasiums, Dr. Knut Thielsen, Wolfgang Busch (Sparkasse) als Bildungspartner und Wirtschaftsvertreter, Gertraud Wiesner und Günter Schorr als Vertreter des Fördervereins, Carola Reichert vom Elternbeirat sowie Alice Deglmann, Rebecca German und Filip Dumler als Repräsentanten der Schülermitverwaltung (SMV).

Gut und effizient


Tobias Krafczyk bezeichnete das QmbS als "Puzzle für eine Schulentwicklung, die gut und effizient wirksam werden soll". Es sei für Bildungseinrichtungen entwickelt, mehrjährig erprobt und gut dokumentiert, lasse sich an bestehende Fragmente anpassen und sei kostengünstig und handhabbar. Die Kulturveränderung sei allerdings schwer messbar.

Im QmbS sah er ein Instrument, um einen Veränderungsprozess effizient zu bewältigen sowie mehr Mitbestimmung und Mitwirkung - und damit ein Mehr an Miteinander - zu erreichen. Krafczyk nannte es "das beste und vielseitigste Unterstützungssystem, das es je für ein Innovationsprojekt gab".

"Es gilt, eine Vision mit Leben zu erfüllen und konkrete Ziele zu setzen", merkte Eduard Bauer an. Er stellte die Elemente von QmbS vor, zu denen zunächst eine externe Bewertung des Ist-Zustands der Schule gehört. Diese sei Grundlage für die Zielfestsetzung. Zur internen Beurteilung zählte Bauer regelmäßige Daten über Leistungsstand und Entwicklungsmöglichkeiten. Im "Individual Feedback" sah er ein weiteres wichtiges QmbS-Element. Dabei gehe es darum zu erkennen, wie Schüler, Lehrkräfte und Außenstehende die Schule sehen.
Laut Oberstudienrat Jürgen Koller sei die bisherige externe Evolution "gut ausgefallen". Ein einheitliches System zum Austausch von Informationen, Daten und Terminen funktioniere kurzfristig, die Einführung einer onlinegestützten Kooperationsplattform für die Lehrkräfte mittelfristig. Den Schülern würden online Übungs- und Arbeitsmaterialien zur Nachbereitung des Unterrichts und Förderung zur Verfügung gestellt.

Start noch im April

Mit Interesse verfolgten die Zuhörer die Ausführungen über das, "was bereits geschah": den dreimonatigen Test verschiedener Systeme, die im Februar gefallene Entscheidung für Office 365, das Einrichten einer Info-Plattform über www.wsesb.de und das Erstellen eines Qualitätshandbuches über Schulabläufe. Noch in diesem Monat starte die Testphase des neuen Systems, teilte Koller mit. Für Mai kündigte er eine schulinterne Lehrerfortbildung und für den Herbst eine Befragung zu Erfahrungen und eine Systemanpassung an. (Hintergrund)
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