15.09.2015 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Zeichen der Solidarität

"Nicht nur die Heilige Schrift, auch die Natur ist das Buch Gottes, in dem wir lesen und aus dem wir lernen sollen." Mit diesen Worten von Papst Johannes Paul II. rief Pfarrer Werner Kaspindalin beim Familiengottesdienst am Pichlberger Kreuz zu Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt auf.

Seit Jahren eine Tradition: Das Kreuzerhöhungsfest mit dem letzten Wettersegen beging die Pfarrgemeinde Burkhardsreuth auch heuer an der höchsten Stelle der Gemeinde, dem Kreuz auf der Pichlberger Höhe. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Das letztmalige Spenden des Wettersegens über "Felder, Gärten, Wald und die Früchte der Erde" anlässlich des Kreuzerhöhungsfestes nahm der Burkhardsreuther Pfarrer zum Anlass für seine Ermunterung, "das Staunen über Gottes wunderbare Schöpfung neu zu lernen". Der Andachtsplatz auf der Pichlberger Höhe, aber auch die Wälder und Felder ringsum luden zu Auszeiten inmitten "Gottes freier Natur" ein.

So wünsche es sich auch der Schöpfer: "Gott will keine überarbeiteten 'Manager' und 'Arbeitstiere'. Deshalb wollen wir aufs Neue die Ruhe der Natur und das Schöne vor der Haustür entdecken, indem wir von Zeit zu Zeit bewusst etwas tun, das keine Eile erfordert und keinen in materiellem Profit messbaren 'Sinn' hat." Eine solche Besinnung tue gut in einer Zeit, in der "die Wunder der Schöpfung zu verblassen drohen", mahnte Kaspindalin. Er hielt den Gläubigen vor Augen, dass täglich etwa 120 Tier- und Pflanzenarten aussterben würden. Doch nicht nur als Appell an das Umweltbewusstsein wollte der Geistliche die Messe verstehen. Das Kreuz mache bewusst, dass Christen gefordert seien, nicht nur ihre persönlichen "Kreuze" auf sich zu nehmen, sondern auch anderen das Tragen ihrer "Kreuze" zu erleichtern. Dies gelte nicht zuletzt für die Flüchtlinge: "Nicht nur offene Geldbeutel sind gefragt, sondern auch Respekt und tätige Gesten des Aufgenommenseins." Papst Franziskus habe allen Kirchengemeinden ans Herz gelegt, Zeichen der Solidarität zu setzen: "Im Pfarrgemeinderat werden wir beraten, was wir tun können." Ferner würdigte Kaspindalin das Pichlberger Kreuz als Symbol christlicher Selbstbehauptung.

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