15.04.2009 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Zum 70. Geburtstag von Professor Dr. Ludwig Zehetner - Ehemalige Doktoranden organisieren ... Gelungene Überraschung für "Dialektpapst"

von Autor SLUProfil

Aus den Medien ist er als "Dialektpapst" bzw. "Gottvater des Dialekts" bekannt, in Fachkreisen gilt er als einer der kompetentesten Dialektologen des Bairischen.

Die Rede ist von Professor Dr. Ludwig Zehetner, Honorarprofessor an der Universität Regensburg und Verfasser einer Reihe von Büchern, die inzwischen in den Rang von Standardwerken aufgestiegen sind. Im März konnte er seinen 70. Geburtstag feiern, und zu diesem Anlass organisierten drei seiner ehemaligen Doktoranden, nämlich Ulrich Kanz aus Burghausen, Nadine Kilgert aus Diendorf und Ludwig Schießl aus Oberviechtach, in Hetzenbach eine internationale Dialektologentagung.

Das Besondere daran war neben der großen Zahl an hochkarätigen Gästen und Referenten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Vereinigten Staaten, dass diese Tagung bis zur letzten Sekunde vor dem Jubilar geheim gehalten werden konnte. Seine Familie hatte ihm als "Geschenk" eine zweitägige Reise nach Prag vorgegaukelt, und Ludwig Zehetner war tatsächlich in diesem Glauben.
Umso größer war die Überraschung und Freude, als er im großen Saal des Tagungshotels Lindenhof nach Abnahme einer Augenbinde mit stehenden Ovationen von Weggefährten, Kollegen und Freunden begrüßt wurde.

Das Programm des zweitätigen Symposiums ließ keine Wünsche offen und deckte, gemäß dem Motto "Die Heimat auf der Zunge tragen - Mundart als Sprachschatz", eine große Bandbreite interessanter Fragestellungen des Bairischen ab. So lautete z. B. der Titel des Eröffnungsvortrags von Christopher Wickham aus San Antonio/Texas, des am weitesten angereisten Teilnehmers, "Wörterbuch als Kulturbuch. Zur Rolle kultureller Information bei der Lexikographie in Bayern und anderswo".

Zuvor hatten Ulrich Kanz, Nadine Kilgert und Ludwig Schießl eine "interaktive Laudatio" in Form eines Sketches und einer Power-Point-Präsentation auf den Jubilar gehalten und Landrat Theo Zellner, der Vorsitzende der Johann-Andreas-Schmeller-Gesellschaft, Christian Ferstl, Bezirksheimatpfleger Franz Xaver Scheuerer und Bürgermeister Gerhard Hecht in Grußworten das Schaffen und die Bedeutung Ludwig Zehetners gewürdigt.
Für den geselligen Teil war am Freitagabend kein Geringerer als der weithin bekannte "Zither-Manä" verantwortlich. Mit seinem breit gefächerten Repertoire vom Landler bis zu "I can get no satisfaction" von den Rolling Stones, virtuos und mit enormer Klangfülle interpretiert, riss er die Anwesenden zu Beifallsstürmen hin.

Ludwig Zehetner ist auch in Oberviechtach kein Unbekannter, denn seit vielen Jahren steht er dem Dialektforum des Heimatkundlichen Arbeitskreises mit seinem fachmännischen Rat zur Seite und war bei verschiedenen Veranstaltungen in der Eisenbarth-Stadt als Referent und Gast anwesend, so z. B. im Jahr 2002 im Rahmen der "Oberviechtacher Dialektwochen" mit seinem Vortrag "Regionale Sprachidentität im Zeitalter der Globalisierung".

Die Beiträge der Hetzenbacher Tagung werden in einem eigenen Band in der Reihe "Regensburger Dialektforum" der edition vulpes, Regensburg, veröffentlicht.

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