04.09.2017 - 22:40 Uhr
Deutschland & Welt

11 Deutsche unter Terrorvorwurf weiter in Haft Deutsche in Türkei freigelassen

Berlin/Brüssel. Vier Tage nach der Festnahme eines deutschen Ehepaars im türkischen Urlaubsort Antalya ist die Frau wieder freigelassen worden. Eine Entspannung in den deutsch-türkischen Beziehungen zeichnet sich aber trotzdem nicht ab - im Gegenteil: Der Ankündigung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im TV-Duell, in der EU für einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei eintreten zu wollen, sorgte in Ankara für Empörung und Schimpftiraden.

von Agentur DPAProfil

Schulz legte noch einmal nach und warf dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan einen "Gegenputsch" und "eine Art Säuberungswelle" vor. "Irgendwann muss man dem auch mal sagen: Genug ist genug." Außenminister Mevlüt Cavusoglu kritisierte: "Im Moment kehrt Europa zu den Werten von vor dem Zweiten Weltkrieg zurück." Das türkische Außenministerium warnte vor Populismus jener Politiker, "die uns während der Flüchtlingskrise nachgerannt sind, damit wir die EU vor einem großen Chaos retten".

Der Anwalt der Freigelassenen teilte dem Auswärtigen Amt am Montag mit, dass die Frau ohne Auflagen frei sei. Gegen sie werde aber weiter ermittelt. Zum Mann gibt es keinen Kontakt. Nach der Freilassung vom Montag sitzen noch elf Deutsche weiter wegen politischen Vorwürfen in türkischen Gefängnissen. Die EU-Kommission reagierte zurückhaltend auf den Vorstoß für einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich bislang gegen einen einseitigen Abbruch ausgesprochen.

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