400.000 Rohingya auf der Flucht
UN fordern Ende der Gewalt

UN-Generalsekretär António Guterres hat die humanitäre Situation der Rohingya als "katastrophal" bezeichnet. Bild: Albin Lohr-Jones/dpa

Rund 400 000 Rohingya sind mittlerweile aus Myanmar ins Nachbarland Bangladesch geflohen, doch der UN-Sicherheitsrat war bislang stumm geblieben. Jetzt trat das Gremium zusammen, aber mehr als eine dürre Erklärung kam nicht dabei heraus. Der UN-Chef wird da deutlicher.

New York/Genf/Brüssel. Die Vereinten Nationen haben ein Ende der Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar gefordert. UN-Generalsekretär António Guterres rief die Regierung des Landes am Mittwoch in New York dazu auf, den Militäreinsatz gegen die Rohingya zu beenden und ihre Rechte anzuerkennen. "Dies ist eine dramatische Tragödie, die Menschen sterben und leiden in furchtbaren Zahlen und das muss aufhören." Die humanitäre Situation für die Rohingya sei "katastrophal". Er fordere alle Länder auf, "zu unternehmen, was sie können, damit humanitäre Hilfe geleistet werden kann".

Die Anzahl der geflüchteten muslimischen Rohingyas aus Myanmar steigt immer weiter. Laut Unicef befinden sich bereits bis zu 400 000 Rohingyas im Nachbarland Bangladesch. Am Vortag war die Zahl noch auf 370 000 geschätzt worden. Jeden Tag kämen Tausende Hilfsbedürftige hinzu. Unter den Geflüchteten befinden sich laut der UN-Organisation rund 60 Prozent Kinder. "Die Situation vor Ort setzt die Kinder einem großen Risiko aus, Krankheiten durch verseuchtes Wasser zu bekommen", sagte der zuständige Unicef-Vertreter. Die UN-Organisation hat nun damit begonnen, Wasser und Sanitärbedarf in den am stärksten betroffenen Bezirk in Bangladesch, Cox's Bazar, zu liefern.

Der UN-Sicherheitsrat befasste sich am Mittwoch erstmals mit dem Thema, allerdings hinter verschlossenen Türen. Es habe einen "sehr ausgedehnten Austausch von Ansichten" gegeben, sagte der äthiopische UN-Botschafter und derzeitige Ratspräsident Tekeda Alemu nach dem Treffen. Die Mitglieder des Rates seien "sehr besorgt" und forderten alle Beteiligten auf, den Schutz und die Sicherheit der Rohingya sicherzustellen.

Auch das Europaparlament hat die Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen gegen die Rohingya in Myanmar in einer Resolution verurteilt. "Die Gewalt in Myanmar muss sofort gestoppt werden", sagte die menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion Grünen/EFA, Barbara Lochbihler. Humanitäre Hilfe müsse ebenso ermöglicht werden wie eine unabhängige internationale Untersuchung, forderte sie. Das Militär reagiere "absolut unverhältnismäßig" und "inakzeptabel".
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