25.06.2017 - 16:22 Uhr
Deutschland & Welt

Ablauf des Trauerzeremoniells für Altkanzler Kohl steht im Wesentlichen fest Schiff bringt Sarg nach Speyer

Speyer. An der Totenmesse für Altkanzler Helmut Kohl am 1. Juli im Speyerer Dom können nur geladene Gäste teilnehmen. Ausschlaggebend seien Sicherheitsgründe, teilte das Bistum Speyer am Samstag mit. Insgesamt erstrecken sich die von Transporten unterbrochenen Trauerfeierlichkeiten über knapp zehn Stunden, wie aus dem Programm des Bundesinnenministeriums hervorgeht. Kohl war am 16. Juni im Alter von 87 Jahren in Ludwigshafen gestorben.

Die Fläche für das Grab von Helmut Kohl auf dem Friedhof des Domkapitels vor der Friedenskirche St. Bernhard in Speyer. Bild: Uwe Anspach/dpa
von Agentur DPAProfil

Zur Würdigung seiner politischen Verdienste ist am 1. Juli zunächst ein europäischer Trauerakt im EU-Parlament in Straßburg geplant, unter anderem mit Reden von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Kohl soll als erster Politiker überhaupt mit einer solchen Zeremonie auf EU-Ebene geehrt werden. Einen Staatsakt wird es nicht geben.

Der Trauerakt in Straßburg ist für die Zeit von 11 Uhr bis 13 Uhr geplant. Kohls Sarg wird mit einer Europaflagge bedeckt sein. Um 14 Uhr wird der Sarg mit einem Hubschrauber der Bundespolizei nach Deutschland gebracht. Vom Landeplatz Ludwigshafen aus kommt der nun mit einer Bundesdienstflagge bedeckte Sarg per Schiff nach Speyer, wo um 18 Uhr im Dom die Totenmesse beginnen soll. Das Requiem wird auch im Fernsehen und auf einem Großbildschirm im südlichen Domgarten übertragen. Dort gibt es nach Angaben des Bistums rund 3000 Stehplätze für Interessierte. "Sobald die maximale Teilnehmerzahl erreicht ist, werden die Zugänge zum Domgarten nicht mehr passierbar sein", teilte das Bistum mit. Die Totenmesse wird nach Angaben des Bistums eineinhalb Stunden dauern. Gegen 19.45 Uhr folgt auf dem Platz vor dem Dom ein militärisches Abschiedszeremoniell. Gegen 20.45 Uhr beginnt die Beisetzung im Familien- und Freundeskreis auf dem Friedhof des Domkapitels. Zur Grabstätte soll später ein öffentlicher Zugang vom angrenzenden Adenauer-Park geschaffen werden, hatte ein Sprecher des Bistums angekündigt. Im Dom liegt ein Kondolenzbuch aus.

Die Trauerfeier für Kohls erste Frau Hannelore vor 16 Jahren im Speyerer Dom hatten etwa 1500 Menschen verfolgt. Die Kanzlergattin hatte sich am 5. Juli 2001 nach langer Krankheit das Leben genommen. Sie war im Familiengrab der Kohls in Ludwigshafen-Friesenheim beigesetzt worden. Kohl selbst hatte laut Bistum Speyer darum gebeten, auf dem Friedhof des Domkapitels beerdigt zu werden.

Walter Kohl, der ältere Sohn des Verstorbenen wird an der Beisetzung in Speyer nicht teilnehmen. Zur Begründung sagte er, es sei eine falsche Entscheidung, dass sein Vater nicht im Familiengrab beerdigt werde.

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