04.05.2018 - 22:14 Uhr
Deutschland & Welt

Ärzte vor Öffnung für mehr Fernbehandlungen - aber nicht generell: Kommt die Sprechstunde am Smartphone?

Berlin/Stuttgart. Ärzte in Deutschland sollen künftig wohl mehr Patienten über digitale Technik aus der Ferne behandeln können - generell zur Regel werden sollen Online-Sprechstunden aber nicht. "Neue Methoden mit Kamera und Videoübertragung können vieles deutlich erleichtern - ohne Anreise und Wartezeiten", sagte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hält ein Smartphone mit einer Gesundheits-App. Bild: Patrick Seeger/dpa
von Agentur DPAProfil

Daher sollten jetzt Möglichkeiten für eine schnelle Kommunikation auf Grundlage einer individuellen Beziehung von Arzt und Patient eröffnet werden. Der persönliche Kontakt bleibe aber der "Goldstandard" ärztlichen Handelns. "Daran wollen wir nichts ändern", betonte Montgomery. Eine stärkere Freigabe von Fernbehandlungen ist ein Thema des Deutschen Ärztetags, der am Dienstag in Erfurt beginnt. Bisher sind im bundesweiten Berufsrecht "ausschließliche" Behandlungen von Patienten über Kommunikationsmedien untersagt. Laut einer Vorlage des Vorstands der Bundesärztekammer soll dies nach dpa-Informationen künftig "im Einzelfall" erlaubt sein - wenn es ärztlich vertretbar und die Sorgfalt gewahrt ist. Entscheiden soll darüber der Ärztetag.

Norbert Metke, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, hat ein klares Bekenntnis zur Telemedizin gefordert. "40 Millionen Bundesbürger surfen pro Jahr im Internet, weil sie Fragen zur ihrer Gesundheit haben", sagte er der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Das zeige deutlich, dass die Menschen es sich offensichtlich vorstellen könnten, digitale Gesundheitsangebote in Anspruch zu nehmen.

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