AfD nutzt auch diesmal Anschlag für Propaganda
Etwas Zurückhaltung

Berlin. Während auf dem verwüsteten Weihnachtsmarkt in Berlin noch die Toten fortgetragen werden, laufen bei der AfD die Drähte heiß. Die Partei will auf das, was da geschehen ist, schnell reagieren. Denn die AfD zieht seit Monaten als Anti-Asyl-Partei durch die Lande. Doch dann tritt die Parteispitze auf die Bremse, weil noch nicht alle Fakten klar sind.

Der AfD-Bundesvorstand wartet diesmal bis zum nächsten Morgen, bevor Parteichefin Frauke Petry schreibt: "Dieser Fall ist kein Einzelfall und wird es nicht bleiben." Parteivize Alexander Gauland erklärt: "Es gilt, besonnen und vor allem vernünftig auf den Terroranschlag von Berlin zu reagieren." Der Schnellste ist diesmal Petrys Lebensgefährte Marcus Pretzell. Der nordrhein-westfälische AfD-Vorsitzende schreibt schon am Montagabend auf Twitter: "Wann schlägt der deutsche Rechtsstaat zurück? Wann hört diese verfluchte Heuchelei endlich auf? Es sind Merkels Tote!" Der stellvertretende SPD-Chef Ralf Stegner kommentiert seinerseits auf Twitter: "Unfassbar und ekelhaft!"

Der Politikwissenschaftler und erklärte AfD-Gegner Hajo Funke sagt: "Der Pretzell hat einfach dummes Zeug geredet. So etwas ist doch keine passende Antwort in einer solchen Krisensituation." Trotzdem will Funke nicht ausschließen, dass der Anschlag der AfD einige zusätzliche Wählerstimmen bescheren könnte.
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