11.02.2018 - 22:18 Uhr
Deutschland & Welt

AfD-Politiker soll nach "Spiegel"-Angaben Angela Merkel als "Merkelnutte" bezeichnet haben Auschwitzkomitee: Boehringer diskreditiert

Berlin/Amberg. (epd/we) Nach dem "Spiegel"-Bericht über eine dem AfD-Politiker Peter Boehringer zugeschriebene Hass-Mail hat das Internationale Auschwitzkomitee gefordert, Boehringer aus seinem Amt als Vorsitzender des Bundestags-Haushaltsauschusses zu entfernen.

Peter Boehringer steht unter Beschuss. Bild: B. von Jutrczenka/dpa
von Agentur EPDProfil

Die E-Mail zeige "mit erschreckender Klarheit, aus welchem hassbetriebenen Milieu und braunem Urschlamm sich die AfD speist", erklärte der Exekutiv-Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, am Samstag in Berlin. Boehringers Wortwahl sei hasserfüllt und frauenverachtend, sie schädige das Ansehen Deutschlands. Das Nachrichtenmagazin hatte in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, die E-Mail bringe Boehringer in Erklärungsnot. Der neue Vorsitzende des Haushaltsausschusses, der in München wohnt und bei der Bundestagswahl im Stimmkreis Amberg 11,2 Prozent der Erststimmen holte, hatte sich demnach bisher gegen den Vorwurf verwahrt, er habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als "Merkelnutte" beleidigt.

Dem "Spiegel" liegt nun jedoch nach eigenen Angaben eine bislang unveröffentlichte E-Mail vom Januar 2016 vor, die von Boehringer stammen soll und in der das Wort "Merkelnutte" fällt. Im Zusammenhang mit ihrer Flüchtlingspolitik wird die Kanzlerin darin auch als "Dirne der Fremdmächte" bezeichnet.

Boehringer habe auf Anfrage mitgeteilt, er könne in seinem Archiv nur eine weniger scharfe Fassung finden, berichtete der "Spiegel". Falls er doch die beleidigende Version versandt haben sollte, dann nur an einen "ganz kleinen Privatkreis", so der AfD-Politiker. Öffentlich würde er solche Worte nicht benutzen.

Auf seiner Facebook-Seite kritisiert Boehringer den "Spiegel" heftig. Die "Hetze" gegen ihn gehe auf Basis "uralter, unbelegter, unbestreitbar nie veröffentlichter, angeblicher E-Mails" aus. Er schreibt zur aktuellen Ausgabe des Hamburger Magazins: "Und just mit dem heutigen, ganz aktuellen Titelbild kann man die pharisäerhafte Heuchelei der feinen Gesellschaft der Bessermenschen des Spiegel entlarven! Was anderes als ,Merkel ist ein käufliches leichtes Mädchen' sollte denn dieses heutige Titelbild mit nackter Merkel und ins Bett steigend zu Schulz mit dem Text 'Der Preis der Macht' sonst besagen?" Wenn AfDler so etwas sagen würden, sei dies "böse, wenn das Sturmgeschütz der Demokratie - äh Pornografie - es ganz öffentlich und prominent tut, ist es in Ordnung?!"

Heubner widerspricht: Boehringer benutze eine faschistoide Redeweise. Wer so spreche, markiere sein eigenes Niveau in der Gosse. Der AfD-Parlamentarier sei für seinen herausgehobenen Posten im Bundestag "mittlerweile völlig diskreditiert".

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