Angebliche Panzerkolonne aus Russland - Ukrainisches Parlament aufgelöst
Kiew befürchtet "zweite Front"

Etwa 50 gepanzerte Fahrzeuge aus Russland sollen nach ukrainischen Militärangaben im Südosten über die Grenze eingedrungen sein. Ein Armeesprecher sagte der Kiewer Zeitung "Segodnja" zufolge, damit solle vermutlich eine "zweite Front" gegen die Regierungseinheiten bei der Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer eröffnet werden. Separatistenführer Andrej Purgin wies Berichte über Verstärkung aus Russland zurück. Kämpfer der Separatisten versuchten demnach, bei Nowoasowsk Teile der ukrainischen Nationalgarde einzukreisen. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte erneut, Moskau habe weder Kämpfer noch Kriegsgerät geschickt. Kurz vor einem Ukraine-Krisengipfel in Minsk heizte Russland den Konflikt mit der Ankündigung eines neuen Hilfskonvois weiter an. Trotz internationaler Kritik an einer ersten Lastwagenkolonne wolle Russland noch in dieser Woche weitere Hilfsgüter in die Ukraine schicken, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Montag in Moskau. Die Bundesregierung forderte von Russland eine enge Abstimmung mit der Ukraine und dem Roten Kreuz. Die Präsidenten von Russland und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, sollen heute in Minsk erstmals wieder zu Verhandlungen zusammenkommen. Poroschenko löste unterdessen das Parlament vorzeitig auf. Er habe einen entsprechenden Erlass unterzeichnet, teilte das Staatsoberhaupt am Montagabend mit. Neuwahlen sollen am 26. Oktober stattfinden. "Die vorgezogenen Parlamentswahlen sind Teil meines Friedensplanes. Das Schlüsselelement ist der politische Dialog mit dem Donbass", hieß es weiter in der Mitteilung.
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