Angreifer feuerte mehr als 180 Schüsse ab
Zwei der Opfer von Istanbul aus Bayern

Das Ziel des Angriffs in der Silvesternacht in Istanbul war ein mondäner Tanzclub, die Bluttat trug die Handschrift islamistischer Extremisten. Nun übernimmt die Terrormiliz IS die Verantwortung - und rühmt sich, die "Feiern in Trauer umgewandelt" zu haben.

Istanbul. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Verantwortung für den verheerenden Angriff auf eine Silvesterfeier in einem Nachtclub in Istanbul übernommen. Ein "Soldat des Kalifats" sei für die Tat in der türkischen Millionenmetropole verantwortlich, hieß es in einer am Montag im Internet verbreiteten Erklärung des IS. Zwei der 39 Getöteten kamen nach Angaben des Auswärtigen Amtes aus Bayern. Einer davon habe die deutsche und die türkische, der zweite nur die türkische Staatsangehörigkeit besessen, sagte ein Sprecher. Drei Deutsche seien bei dem Terrorangriff verletzt worden.

Die Echtheit des IS-Bekennerschreibens ließ sich zunächst nicht überprüfen. Der IS hat in Teilen des Iraks und Syriens ein Kalifat ausgerufen. Bei dem Terrorangriff auf eine Silvesterparty in dem bekannten Club Reina waren 39 Menschen getötet worden, darunter mindestens 26 Ausländer. Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, auch unter den 69 Verletzten seien mehrere Ausländer.

Mindestens ein bewaffneter Angreifer war kurz nach Anbruch des neuen Jahres in den exklusiven Club am Bosporusufer eingedrungen und hatte wahllos das Feuer auf Hunderte Feiernde eröffnet. Dem Täter gelang die Flucht. Anti-Terror-Polizisten nahmen am Montag in Istanbul im Zusammenhang mit dem Angriff acht Verdächtige fest. Der Angreifer ist aber nicht darunter. Die Zeitung "Hürriyet" berichtete am Montag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, es gebe Hinweise darauf, dass der Angriff auf den Club von derselben IS-Zelle ausgeführt worden sei wie der Anschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen. Bei dem Angriff auf den größten Flughafen des Landes hatten im Juni mehrere Selbstmordattentäter 45 Menschen mit in den Tod gerissen.

Mehr als 180 SchüsseDer Angreifer auf die Silvesterparty in einem Nachtclub in Istanbul hat offenbar mehr als 180 Kugeln auf die Feiernden geschossen. Der Mann habe sechs Magazine seiner automatischen Waffe geleert, berichtete die Zeitung "Hürriyet Daily News" unter Berufung auf die Ermittlungen. Das Blatt zitierte einen Anti-Terror-Experten, wonach der Angreifer auch den Anschein erweckte, als sei er militärisch ausgebildet worden. (dpa)
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