14.07.2017 - 20:16 Uhr
Deutschland & Welt

Angreifer töten zwei Polizisten – Tatort und Altstadt abgeriegelt Terrorangriff am Tempelberg

Tel Aviv/Ramallah. Bei einem blutigen Attentat am Tempelberg in Jerusalem sind zwei Polizisten und die drei israelisch-arabischen Angreifer getötet worden. Die beiden Beamten im Alter von 22 und 30 Jahren seien im Krankenhaus gestorben, teilte der israelische Polizeisprecher Micky Rosenfeld am Freitag mit.

Die Polizei sperrte nach dem Angriff am Tempelberg die Altstadt von Jerusalem ab. Bild: Mahmoud Illean/AP/dpa
von Agentur DPAProfil

Israel verfügte daraufhin die Schließung des Tempelberges (Al-Haram al-Scharif) und unterband damit zugleich die für Muslime besonders wichtigen Freitagsgebete im Felsendom und der Al-Aksa-Moschee. Außerdem schloss die Polizei die Zugänge zur Altstadt.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den Angriff auf die Polizisten in einem Telefonat mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. "Der Präsident bekräftigte seine Ablehnung jeglicher Gewalttaten ausgehend von jeder Seite, besonders in Heiligen Stätten", schrieb die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Zugleich forderte Abbas, die Schließung des Tempelbergs zurückzunehmen.

Der Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem ist Juden wie Muslimen heilig. Ein eingeschränkter Zugang für Muslime hatte bereits in der Vergangenheit zu Spannungen und Gewalt geführt. Viele Palästinenser befürchten, Israel wolle den Status quo verändern - damit ist gemeint, wer den Hügel besuchen und dort beten darf. Netanjahu betonte laut einer Mitteilung seines Büros, dass Israel alles unternehmen werde, um die Sicherheit auf dem Tempelberg aufrechtzuerhalten - ohne den Status quo zu verändern. Israels ultra-rechter Erziehungsminister Naftali Bennett forderte eine Sondersitzung des israelischen Sicherheitskabinettes.

Drei Attentäter hatten die Sicherheitskräfte am Freitagmorgen am Eingang zum Tempelberg beschossen und mit einem Messer attackiert. Die Angreifer seien in Richtung der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg geflohen. Polizisten töteten die drei Angreifer, wie Rosenfeld bestätigte. Aufnahmen im Internet zeigten schwer bewaffnete Sicherheitskräfte auf dem Areal. Bei den Attentätern handelt es sich laut Polizei um israelische Araber, die aus einem Dorf im Norden des Landes stammten. Terrorangriffe von in Israel lebenden Palästinensern, die die israelische Staatsbürgerschaft besitzen, sind eher selten.

Das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte die Tat scharf und sprach vom schwersten Anschlag seit Jahren an diesem Ort. "Alle müssen nun tun, was möglich ist, um dazu beizutragen, eine Eskalation zu vermeiden." Seit Beginn einer Gewaltwelle vor knapp zwei Jahren sind bei ähnlichen Attacken rund 300 Palästinenser getötet worden. Die meisten kamen bei ihren eigenen Anschlägen ums Leben und stammten aus dem israelisch besetzten Westjordanland und Ost-Jerusalem.

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