16.10.2017 - 20:44 Uhr
Deutschland & Welt

Angst vor neuem Bürgerkrieg Irakische Truppen dringen mit Gewalt in kurdische Gebiete ein

Bagdad. Nach dem Vormarsch irakischer Truppen auf Gebiete unter kurdischer Kontrolle sind regierungstreue Kräfte in die strategisch wichtige Stadt Kirkuk eingerückt. Anti-Terror-Einheiten der Armee hätten das Gebäude der Provinzregierung unter Kontrolle gebracht, hieß es am Montag aus lokalen Sicherheitskreisen.

Das Standbild aus einem Video zeigt irakische Soldaten am 16. Oktober 2017 im Qatash-Gebiet südlich von Kirkuk (Irak). Irakische Truppen sind nach Angaben des Staatsfernsehens in von kurdischen Peschmerga-Einheiten kontrollierte Gebiete eingedrungen. Bild: Uncredited/APTN/AP/dpa
von Agentur DPAProfil

Nach Angaben eines hohen Polizeioffiziers nahmen die Regierungskräfte den Militärflughafen Kirkuks ein. Kurdische Einheiten leisteten bei dem Vormarsch kaum Widerstand. Das Kommando der kurdischen Peschmerga-Kämpfer erklärte, der Angriff komme einer "Kriegserklärung" gleich. Mit der Militäraktion reagiert Iraks Zentralregierung auf Pläne der Kurden, sich vom Rest des Landes abzuspalten. Kirkuk und die gleichnamige Provinz sind in dem Konflikt besonders umstritten, da die Region zu den ölreichsten im Irak gehört.

Nach dem Vormarsch irakischer Truppen befinden sich Tausende Menschen auf der Flucht. Vor allem kurdische Einwohner verließen die nordirakische Stadt, berichtete die lokale Migrationsbehörde am Montag. Sie versuchen demnach, in die kurdischen Städte Erbil und Sulaimanija zu gelangen. Auf den Ausfallstraßen hätten sich lange Staus gebildet. Die Menschen haben Angst vor einem neuen Bürgerkrieg.

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