19.02.2018 - 16:44 Uhr
Deutschland & Welt

Annegret Kramp-Karrenbauer gilt als "Allzweckwaffe der CDU" Von der Saar an die Spree

Saarbrücken. Annegret Kramp-Karrenbauer ist eine, die gerufen wird. Sich sichtbar vorzudrängeln, ist nicht ihre Sache. Und damit ist die saarländische Ministerpräsidentin in den mehr als 30 Jahren ihrer Karriere, die sie im Stadtrat ihres Heimatortes Püttlingen begonnen hatte, bestens gefahren. Und immer, wenn sie gerufen wurde, machte sie ihre Sache so gut, dass irgendwann ganz unvermeidlich der nächste Ruf kam. Jetzt hat Angela Merkel sie als neue CDU-Generalsekretärin vorgeschlagen. Die Saarländerin soll am 26. Februar auf einem CDU-Parteitag gewählt werden. Ihr Amt als Regierungschefin an der Saar legt sie nieder.

Annegret Kramp-Karrenbauer. Archivbild: Michael Kappeler/dpa
von Agentur DPAProfil

Der Wechsel nach Berlin könnte sie auf noch höhere Ämter vorbereiten: die Nachfolgerin als Kanzlerin. "Es gibt keine Aufgabe, die man Annegret nicht anvertrauen kann", hat der frühere Saar-Regierungschef Peter Müller (CDU) gesagt, als er Kramp-Karrenbauer 2000 als Innenministerin in sein damaliges Kabinett berief. Seitdem hat sich "AKK", wie sie im Saarland heißt, als "Allzweckwaffe der CDU" einen Namen gemacht: Nach verschiedenen Ministerjobs wurde sie 2011 erste Ministerpräsidentin des kleinsten Flächenstaates der Republik.I m März 2017, auf dem Zenit der Beliebtheit von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, gewann sie die Landtagswahl im Saarland haushoch für die CDU. Dieser Sieg zum Start ins Wahljahr 2017 hat Merkel ihrer engen Vertrauten hoch angerechnet. Seit Jahren arbeiten die zwei, die wegen ihres nüchtern-analytischen Politikstils immer wieder miteinander verglichen werden, eng zusammen: Seit 2010 sitzt die Saarländerin im CDU-Bundespräsidium.

"Unaufgeregt" und "uneitel" gehören zu den Adjektiven, ihren politischen Weg begleiten. Man glaubt ihr, wenn sie sagt, dass sie ihre Karriere nicht geplant hat. "Viele glücklichen Zufälle haben mir dabei geholfen", sagt die Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter. Verheiratet ist sie mit dem Bergbauingenieur Helmut Karrenbauer. Als 18-Jährige trat sie in die CDU ein und entdeckte ihre Leidenschaft für Politik. Später studierte die Katholikin Jura und Politik. Für Berlin bringt sie drei wesentliche Dinge mit: Sie kann kämpfen - wie sie bei der Neuregelung der Bund-Länder-Finanzen gezeigt hat: Da holte sie für ihr Land 500 Millionen Euro extra pro Jahr ab 2020 raus. Sie kann Groko: An der Saar steht sie an der Spitze einer schwarz-roten Regierung. Und sie sieht das große Ganze: Als neue Generalsekretärin kann sie ihre Partei wieder in ruhigeres Fahrwasser führen. Inhaltlich steht sie für den Merkel-Kurs - und hat sich jüngst mit bestimmten Themen positioniert: Sie plädiert für einen härteren Umgang mit Asylbewerbern, die Behörden über ihre Identität täuschen und fordert konsequentes staatliches Handeln bei Abschiebungen. Sie tritt ein für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ist für Priesterinnen in der katholischen Kirche und gegen Werbung für Abtreibung.

Gesprächspartner loben ihre "offene, kommunikative Art". Und an Karneval tritt sie seit Jahren als "Putzfrau Gretel vom Landtag" auf und zieht Politiker aller Couleur durch den Kakao, sich eingeschlossen.

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