Anschlag auf koptische Kirche
Mindestens 25 Tote

Hunderte Trauernde haben sich am Sonntag vor der koptischen Kirche St. Peter und St. Paul in Kairo versammelt. Bild: dpa

Kairo. (epd) Bei einem schweren Anschläge in der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind in einer koptischen Kirche mindestens 25 Menschen getötet worden. 49 Menschen seien verletzt worden, teilte Gesundheitsminister Ahmed Emad al-Din am Sonntag mit. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Tat. Die Explosion ereignete sich am Sonntagmorgen im Stadtteil Abbassija.

Eine Zwölf-Kilo-Bombe detonierte laut der staatlichen Zeitung "Al-Ahram" in der Kirche Sankt Peter und Sankt Paul. Diese steht in unmittelbarer Nähe der Sankt-Markus-Kathedrale, dem Amtssitz des koptischen Papstes Tawadros II.. Die koptische Kirche gehört zu den orthodoxen Kirchen im Orient, die sich im 5. Jahrhundert von der römischen Kirche abgespaltet hatten. Kopten stellen etwa zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung. Immer wieder gibt es Anschläge auf die Christen.

Papst Franziskus bekundete beim Angelusgebet Solidarität mit der christlichen Minderheit in Ägypten. "Ich bete für die Toten und Verletzten", sagte er in Rom. Er sei dem Oberhaupt der Kopten, seinem "lieben Bruder" Papst Tawadros II., und dessen Gemeinschaft nah. Der wichtigste Vertreter der Sunniten in Ägypten und Groß-Imam der Al-Azhar-Moschee, Ahmed Mohammed al-Tayyeb, verurteilte den Anschlag auf als "schweres Verbrechen gegen alle Ägypter". Er sprach Koptenpapst Tawadros II. sein Beileid aus und forderte zugleich, "mit eiserner Faust" gegen jene vorzugehen, die Ägypten schaden wollen.

Die koptische Kirche sprach in einer bei Facebook verbreiteten Erklärung von einer "feigen, verabscheuungswürdigen Tat". Zugleich appellierte sie an die nationale Einheit, die alle Ägypter zusammenbringe. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi sprach von einem abscheulichen Terrorakt, der sich gegen Christen wie Muslime gerichtet habe. Zugleich kündigte Al-Sisi eine dreitägige Staatstrauer an.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilte den Anschlag "auf das Schärfste". "Wir stehen im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Ägyptens", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Die Täter und ihre Hintermänner wollten das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen mit terroristischer Gewalt hintertreiben. "Wir müssen alles dafür tun, dass ihnen das nicht gelingt", sagte Steinmeier.
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