Arabische Staaten scheuen neue Sanktionen
Katar-Krise köchelt

Kairo. In der Krise am Golf hat sich das arabische Bündnis nicht zu neuen Sanktionen gegen das Emirat Katar durchgerungen. Obwohl ein Ultimatum von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Ägypten und Bahrain am Mittwoch auslief und Katar offensichtlich nicht auf die Forderungen seiner Nachbarn einging, werden die Sanktionen nicht weiter verschärft.

Die Außenminister der Allianz äußerten am Mittwoch in Kairo ihre Enttäuschung über das Verhalten Katars. Sie wollen demnächst erneut zusammenkommen, um weitere Schritte zu beraten. Die negative Antwort zeige die Nachlässigkeit und ein Fehlen der Ernsthaftigkeit im Umgang mit den Problemen, sagte Ägyptens Außenminister Sameh Schukri. Die vier Staaten hatten vor einem Monat ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Blockade verhängt. Sie forderten das kleine, reiche Wüstenemirat auf, die Beziehungen zum schiitischen Iran zurückzufahren und seinen TV-Sender Al-Dschasira zu schließen. Auch werfen sie Katar vor, Terrorgruppen zu unterstützen. Es gilt etwa als offenes Geheimnis, dass von Privatleuten aus Katar Geld an die radikalsten Gegner von Syriens Präsident Baschar al-Assad fließt.

Aber auch Saudi-Arabien ist als Förderer des islamischen Terrorismus bekannt. Es habe in den vergangenen 50 Jahren über Stiftungen umgerechnet gut 76 Milliarden Euro ausgegeben, um den Wahhabismus - eine streng-konservative Lesart des Islam und Quelle der Dschihad-Ideologie - zu exportieren, schrieb die Denkfabrik Henry Jackson Society.

Zuvor hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel am Ende seiner Reise an den Golf gesagt, er erwarte keine schnelle Lösung der Krise. Er sei aber "vorsichtig optimistisch", dass es gelingen könne, in den nächsten Wochen den Konflikt "zumindest mal "in geordnete Bahnen zu bekommen". (Kommentar)
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